Mit einer großen Bandbreite an Verbindungs- und Sensorlösungen ist TE Connectivity (TE) ein weltweit führendes Technologieunternehmen. 78.000 Mitarbeiter, darunter 7.000 Entwicklungsingenieure, erwirtschaften einen Umsatz von 13 Milliarden US-Dollar. Rund 1.700 Mitarbeiter fertigen seit 1974 in Wört und Dinkelsbühl Steckverbindungssysteme für die Automobilindustrie und beliefern Kunden weltweit über das europäische Verteil-Zentrum in Wört. Rund 100 Auszubildende und Studenten erlernen hier ihren zukünftigen Beruf. Das Werk Wört / Dinkelsbühl zeichnet sich in Europa in der Sparte Automotive als einzigartiger Standort vor allem dadurch aus, dass alle Produktionsprozesse am Standort vertreten sind: von der Produktverantwortung über den Werkzeugbau bis zur Produktion und Auslieferung der Ware. Zwischen 1.000 und 2.000 Kontakte an Steckverbindungen sind in einem Auto verbaut. Weltweit ist kein PKW unterwegs, in dem nicht wenigstens ein Teil von TE steckt. Das Magazin hat mit Werkleiter Andreas Lutz gesprochen.

Magazin: „Wie war Ihr Weg in das Unternehmen?“

Andreas Lutz: „Ich habe ganz klassisch mit einer Ausbildung bei einem relativ großen Mitbewerber von TE Connectivity angefangen und dort zwölf Jahre gearbeitet. Schon sehr früh konnte ich hier Führungserfahrungen sammeln und hatte mit 24 Jahren die erste Produktionsleitung in der Stanzerei übernommen. Danach wollte ich mich verändern und habe mich bewusst für ein eigentümergeführtes Unternehmen entschieden. Dieses Unternehmen ist Weltmarktführer für Wuchtgewichte, ein Hidden Champignon in einer Nische. Hier war ich für die Konsolidierung zweier Fabriken auf der grünen Wiese verantwortlich. Nach rund vier Jahren habe ich für mich selbst festgestellt, dass ich das Arbeiten in einem Konzern bevorzuge, und so habe ich die Chance genutzt, hier in Wört als Standortleiter zu beginnen. Seit zwei Jahren bin ich für die beiden Standorte Dinkelsbühl und Wört zuständig – insgesamt für 1.700 Mitarbeiter. In Deutschland sind etwa 5.500 Mitarbeiter für TE tätig. Ich bin einer der vier Geschäftsführer der TE Connectivity Germany GmbH.“

Magazin: „Wie muss man Ihr Business einschätzen?“

Andreas Lutz: „Es ist eines der anspruchsvollsten Geschäftsfelder. Unsere Kunden in der Automobilindustrie stehen im Wettbewerb um Innovation und Geschwindigkeit. Da müssen wir als Zulieferer mithalten – als Partner im Design von neuen Komponenten und Applikationen in Modellen der Zukunft sowie als Lieferant für die laufende Produktion. In der Automobilin-
dustrie gelten hohe Standards für Sicherheit und Qualität. Insbesondere bei sicherheitsrelevanten Applikationen müssen die Produkte von TE den höchsten Anforderungen genügen. Denken Sie an Steckverbinder für Airbags. Selbst wenn wir hier sehr ländlich liegen, stehen wir stark im Wettbewerb zu den Märkten in Asien und den USA, die wir von hier aus auch beliefern.“

Magazin: „Was machen Sie besser als die Konkurrenz?“

TE - transparentes AutoAndreas Lutz: „Topqualität ist der Anspruch, den wir haben und den es zu liefern gilt. Einen Parameter können viele erfüllen, aber Innovation, Technologie und Geschwindigkeit gleichzeitig können nur ganz wenige.“

Magazin: „Wie ist Ihr Führungsstil?“

Andreas Lutz: „Ich würde sagen, locker angepasst und fordernd zugleich. Ich gebe gern Freiraum, damit die Mitarbeiter ihre Aufgabe wahrnehmen können. Das Thema Vertrauen bekommt jeder Mitarbeiter von mir geschenkt. Das ist ein hohes Gut, mit dem man umgehen muss. Ich denke, nur so funktioniert es. Insgesamt würde ich mich als großen Teamplayer bezeichnen, ich stehe zwar an der Spitze, aber das Konstrukt besteht aus einer hervorragenden Mannschaft. Darauf bin ich auch sehr stolz.“

Magazin: „Das heißt, Sie haben selbst auch viel Kontakt zu Ihren Mitarbeitern?“

Andreas Lutz: „Ja, ich habe wirklich einen guten Kontakt zur Belegschaft. Wenn ich in der Fabrik unterwegs bin, versuche ich, auch immer Zeit für die Belange der Mitarbeiter zu haben. Das ist ganz wichtig, denn wenn die Mannschaft nicht versteht, was wir vom Management vorhaben, dann versteht sie auch nicht, in welche Richtung der Prozess laufen muss, und dann wird es unkoordiniert. Umgekehrt ist es genauso: Wenn ich nicht verstehe, was die Notwendigkeiten der Mannschaft sind, dann agiert man nicht mehr als Team, und das wäre schlecht. Wir haben eine lokale Strategie für die nächsten fünf Jahre. Jeder Mitarbeiter weiß genau, wo die Reise hingeht.“

Magazin: „Wo sehen Sie die Herausforderung für die nächsten Jahre?“

Andreas Lutz: „Egal ob Land oder Stadt, ich denke, die größte Herausforderung für die hochspezifischen und hochtechnologischen Anforderungen ist es, die geeigneten Fachkräfte zu bekommen. Ich suche Menschen für unser Unternehmen und nicht Mitarbeiter für eine Stelle. Wichtig ist doch, den passenden Charakter zu finden. Dann muss man sich darum kümmern, ihn für das Unternehmen entsprechend zu qualifizieren. Wenn das harmoniert und der Mitarbeiter Spaß an der Arbeit hat, werden wir immer gute Ergebnisse liefern, und das ist unser Ziel. Eine weitere Herausforderung für Fabriken, die sieben Tage und 24 Stunden produzieren, wird zukünftig die Balance zwischen flexiblen Arbeitszeiten und einem gesunden Freizeitanteil sein. Dies wird uns noch fordern.“

Magazin: „Nutzen Sie soziale Medien?“

Andreas Lutz: „Noch nicht in dem Umfang, wie ich mir das Ganze vorstelle, in der Wahrnehmung sind wir noch zu schwach. Wir haben eine gut verständliche Homepage, wir sind in einigen Netzwerken wie LinkedIn vertreten, aber den regionalen Bezug zur Fabrik herzustellen, ist schwierig. Das ist das Problem als Konzern mit 78.000 Mitarbeitern. Wir müssen den Standort noch deutlicher nach außen tragen, damit wir die Menschen hier besser und schneller erreichen.“

Magazin: „Ist Netzwerken für Sie ein Thema?“

Andreas Lutz: „Ich erweitere gerne meinen Horizont, auch branchenfremd. Es ist wichtig zu sehen, was sich bewegt. In der eigenen Branche kenne ich mich sehr gut aus, aber man kann auch von anderen Firmen und Branchen viel lernen. Daher komme ich gerne zum Austausch auf die Business Lounge. Die Gemeinsamkeiten sind unter den Gästen sehr groß, auch wenn das Produkt manchmal sehr unterschiedlich ist.“

Magazin: „Unterstützen die Kommunen Sie so, wie Sie es als Unternehmen benötigen?“

Andreas Lutz: „Ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit war der Neubau einer großen Galwanik-anlage im Werk Dinkelsbühl. Die Stadt hat hier beispiellos unterstützt. Wenn man sich entscheidet zu investieren, dann ist nicht die Frage dass ich investiere, sondern nur wo und wie schnell. Das hat die Stadt verstanden – wir leben von solchen Kontakten.“

Magazin: „Wo wird TE Connectivity Ihrer Meinung nach in zehn Jahren stehen?“

Andreas Lutz: „Nach wie vor an der Spitze des Marktes.“

NETZWERKKONTAKT
TE_LogoAndreas Lutz (Geschäftsführer)
TE Connectivity Germany GmbH
Amperestraße 14 | 73499 Wört
Telefon 07964 / 201 – 251
andreas.lutz@te.com | www.te.com

Neigenfind kleinInterview: Mathias Neigenfind
Chefredakteur Business Lounge Magazin
mn@businesslounge-wirtschaftsmagazin.de

 

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