Das Dinkelsbühler Bauunternehmen Dauberschmidt blickt auf eine über 125-jährige Erfolgsgeschichte zurück.

Die Baubranche lag vor rund fünf Jahren noch am Boden. Von ehemals 2,2 Millionen Bauarbeitern und Handwerkern, die es vor zehn Jahren in Deutschland gab, sind heute 800.000 übrig geblieben. Das Traditionsunternehmen Dauberschmidt Baustoffe Hoch- und Tiefbau GmbH aus Dinkelsbühl wurde vor sechs Jahren von Thannhauser + Ulbricht aus Fremdingen gekauft. Heute sind mehr als 100 Mitarbeiter im Gewerbe- und im Straßenbau tätig. Die Nachfrage steigt seit drei Jahren beständig. Das Business Lounge Magazin hat mit Geschäftsführer Rudolf Blank über Image und Zukunft der Baubranche gesprochen.

101MAGAZIN: „Wie war Ihr Weg in das Unternehmen?“

Rudolf Blank: „Ich bin von Thannhauser + Ulbricht zu Dauberschmidt gekommen. Der Einstieg war insofern schwer, weil ich in ein alteingesessenes  Unternehmen hineingekommen bin, in dem es Mitarbeiter gibt, die 40 Jahre oder noch länger im Betrieb sind. Das war am Anfang für beide Seiten nicht einfach.“

MAGAZIN: „Nach dem Kauf haben Sie den Namen Dauberschmidt weitergeführt. Warum?“

Rudolf Blank: „Es wäre tödlich, so einen bekannten Namen zu ersetzen. Wir haben natürlich etwas umstrukturiert. So haben wir in den letzten Jahren einige Industriebauten in unserer Region realisiert. Dadurch konnte das Unternehmen wachsen.“

MAGAZIN: „Wollten Sie schon immer zum Bau?“

Rudolf Blank: „Handwerkliche Tätigkeiten hatten mich schon als Jugendlicher fasziniert. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, eine Lehre als Straßenbauer zu durchlaufen. Danach war ich einige Zeit als Facharbeiter tätig. Diese praktischen Erfahrungen verschaffen mir einen gewissen Vorteil gegenüber Mitarbeitern und auch Kunden.“

MAGAZIN: „Bekommen Sie ausreichend Mitarbeiter und Lehrlinge?“

Rudolf Blank: „Grundsätzlich hat diese Branche ein Imageproblem. Obwohl sich der Bau allein durch die Technik in den letzten Jahren stark verändert hat, steht sie immer noch in einem schlechten Licht dar. Es ist trotz dieser Technik nach wie vor ein körperlich anstrengender Beruf, bei dem man Wind und Wetter ausgesetzt ist. Deshalb ist es besonders wichtig, gute Voraussetzungen für junge Leute im Unternehmen zu schaffen. Wir haben z. B. einen Lehrlingsbeauftragten im Unternehmen eingeführt. Durch diesen Mitarbeiter erhalte ich Ideen und Vorschläge unserer Auszubildenden, die wir versuchen nach Möglichkeit umzusetzen. Zudem waren wir eins der ersten Unternehmen, die einer jungen Frau aus dem europäischen Ausland ein duales Studium — Laufzeit fünf Jahre — zur Bauingenieurin  ermöglichen. Auch für dieses Jahr haben wir bereits einen jungen Mann, der auch diese Ausbildung durchlaufen wird. Ich hoffe, dass wir uns mit diesem Nachwuchs und unseren Auszubildenden auf einem guten Weg in die Zukunft befinden.“

MAGAZIN: „Gibt es genug Arbeit für Ihre Branche?“

Rudolf Blank: „Die Politik hat inzwischen erkannt, dass die Infrastruktur sowie der Wohnungsbau in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt wurden. Es kann meiner Meinung nach nicht sein, dass in unserem Land, das Exportweltmeister ist, auf Bundesautobahnen zum Beispiel Schilder mit der Aufschrift ‚Wegen Straßenschäden begrenzt auf 80 km/h‘ stehen. Ich denke, dass die Baubranche auch weiterhin gebraucht wird und eine gute Zukunft hat.“

MAGAZIN: „Das heißt, Berufe im Bau werden wieder attraktiver?“

Rudolf Blank: „Richtig, und nicht nur beim Verdienst. Grundsätzlich müssen wir in unserer Gesellschaft umdenken. Ich bin der Meinung, dass auch ein Mittelschüler die gleichen Chancen auf eine gute Ausbildung bekommt. Natürlich muss auch die Bezahlung stimmen, denn gute Qualität hat ihren Preis! Der Fachkräftemangel im Handwerk wird sich fortsetzen, solange die Allgemeinheit nicht umdenkt und dem Handwerksberuf nicht den Stellenwert einräumt, den er verdient.“

MAGAZIN: „Was kann man Ihrer Meinung nach besser machen?“

103Rudolf Blank: „Wir müssen das Imageproblem des Handwerks aus der Welt schaffen. Für viele Menschen kratzen Bauarbeiter nur ein bisschen im Schotter herum und keiner versteht, warum man dafür drei Jahre lernen muss. Der Sohn eines Kollegen hat zum Beispiel Zimmermann gelernt. Da habe ich erlebt, wie Menschen den Kollegen gefragt haben, ob der Sohn zu dumm sei, etwas anderes zu lernen? Wo kommen wir denn hin? Zimmermann ist ein ehrenwerter Beruf, und solange wir Häuser bauen, benötigen wir auch Zimmermänner. Es will sich heute keiner mehr die Hände dreckig machen. Diese Einstellung ist meiner Ansicht nach in unserem Land viel zu stark verbreitet. Das gilt nicht nur für den Bau, sondern auch beim Heizungsbau, für Elektriker, Bäcker und so weiter. Das ganze Handwerk hat unheimliche Probleme, dabei benötigen wir auch in der Zukunft Handwerker, die qualitativ gute und fachgerechte Arbeiten erledigen. Da müsste man schon in der Schule ansetzen. Wenn wir an der Ausbildungsbörse teilnehmen, stehen links und rechts von uns große Unternehmen — da sind dann die Schülertrauben. Bei den Großen sind die Auszubildenden aber nur eine Nummer unter vielen, bei uns im Mittelstand werden sie dagegen richtig betreut. Die Bundesrepublik wird vom Mittelstand getragen, nicht von Großkonzernen.“

MAGAZIN: „Was erwarten Sie von der Politik?“

Rudolf Blank: „Dass der Mittelstand den gleichen Stellenwert bekommt wie die Großindustrie.“Netzwerkkontakt:

104Rudolf Blank (Geschäftsführer)
Dauberschmidt Baustoffe Hoch- und Tiefbau GmbH
Botzenweiler 29
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