Zwei größere Unternehmen entstehen gerade im Landkreis Ansbach. Im Dinkelsbühler Industriegebiet Waldeck baut die italienische Lattonedil S.p.A. ein Tochterunternehmen, in dem bis zur letzten Ausbaustufe 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Im Gewerbepark Endsee bei Rothenburg siedelt die österreichische GmbH Tec-Wood und ihr Unternehmen Speedmaster ein Tochterunternehmen an und will bis zu 120 Arbeitsplätze schaffen.

In Endsee soll es Ende des Jahres bereits mit der Produktion losgehen. Die ersten 25 Mitarbeiter, darunter 16 Fachkräfte, werden damit beginnen, Möbelteile zu produzieren. Dann wird das erste Drittel des geplanten Hallenkomplexes auf den gekauften 21.000 Quadratmetern Fläche verwirklicht sein. Sukzessive erfolgt der Ausbau der Produktion und der Aufbau des Lagerbereichs. Jedes Jahr sollen fünf bis zehn neue Mitarbeiter hinzukommen, bis die geplante Größe erreicht ist. Dann soll im Dreischichtbetrieb gearbeitet werden. Um die benötigten Fachkräfte zu rekrutieren, entschied sich das Unternehmen, einen Personaldienstleister zu verpflichten. Die Bera GmbH aus Heilbronn übernimmt für Speedmaster die komplette Personalrekrutierung und das gesamte Bewerbermanagement.

Die Zentrale von Speedmaster ist im österreichischen Ried/Traunkreis. Bewusst hatten sich die Österreicher für einen Autobahnstandort zwischen den beiden Kreuzen Feuchtwangen und Biebelried entschieden. Das Unternehmen war in den letzten Jahren gewachsen, besonders der deutsche Markt boomt. Angesichts der hohen Transportkosten fiel die Entscheidung, in Zukunft auch in Deutschland zu produzieren. Zurzeit verlassen in Ried 5000 Teile pro Tag das rund 4000 Quadratmeter große Werk. Der neue deutsche Standort soll am Ende die doppelte Menge produzieren. Speedmaster beliefert derzeit rund 7.000 Tischler- und Schreinerfachbetriebe mit Möbelteilen. Die Stärke ist ein Internet-Shop, der direkt mit dem Maschinenpark verbunden ist und dadurch Lieferungen innerhalb von 48 Stunden verspricht. Begonnen hatte alles 1989 mit einer Bau- und Möbeltischlerei im elterlichen Bauernhof. Dann begann ein schnelles Wachstum. Der Standort in Ried kam 2001; seit 2006 ist das Unternehmen auf dem deutschen Markt.

Ursprünglich wollte Tec-Wood nach Rothenburg, doch die Stadt konnte keine entsprechende Fläche anbieten. 2004 hatte sich das erste Unternehmen im Industriegebiet Endsee angesiedelt, seitdem wartet man auf weitere Unternehmen. Vielleicht ist der Knoten geplatzt, denn es gibt bereits weitere Interessierte aus Norddeutschland.

Auch in Dinkelsbühl ist es die größte Unternehmens-investition seit Jahren. Lattonedil S.p.A.aus Norditalien errichtet sein deutsches Tochterunternehmen in Waldeck, das in Zukunft Paneele für Dächer und Fassaden herstellen wird. Die Elemete aus Kupfer, Aluminium oder Stahl werden mit einer Isolierung beschäumt und werden vor allem im Hallenbau für Gewerbe oder Landwirtschaft eingesetzt. Auch hier gibt es eine wachsende Kundschaft in Deutschland, die bisher über die Alpen beliefert wurden. Jetzt wird ebenfalls in Deutschland produziert. Zukünftig wird dann auch das benachbarte Ausland in einem Radius von 400 Kilometern mit beliefert. 20 Millionen Euro investieren die Italiener in den ersten Bauabschnitt. Eine 6.000 Quadratmeter große Halle und ein Verwaltungsgebäude werden errichtet. Bis Herbst 2012 werden die ersten 30 Arbeitsplätze entstehen; im Endausbau sollen es einmal 100 Arbeitsplätze sein. Angedacht ist auch schon eine zweite Produktionslinie für Dachelemente mit integrierten Solarzellen. Die will das Unternehmen dann auch gleich selbst einsetzen, um die benötigte Strommenge selbst herstellen zu können. Das deutsche Tochterunternehmen wird eigenständig in der Rechtsform einer deutschen GmbH geführt. Der Hauptsitz liegt in Carimate zwischen Como und Mailand; in Italien gibt es noch zwei weitere Standorte. Vor 42 Jahren haben fünf Brüder die Aktiengesellschaft gegründet. Die Aktien werden nicht gehandelt, sondern sind komplett in der Hand der Brüder.