Ab 1. Januar ändert sich am Landratsamt Ansbach etwas ganz Entscheidendes:
Der Landkreis nimmt die Betreuung seiner Arbeitslosen komplett selbst in die Hand. Bisher wird die Arbeitslosenintegration (AIM) in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) betrieben. In Bayern sind ab Januar insgesamt sechs Städte und Landkreise so genannte Optionskommunen, die die Nachfolge der ARGEn antreten: Ingolstadt und Kaufbeuren sowie die Landkreise Ansbach, Günzburg, Oberallgäu und München.
Das Business Lounge Magazin hat mit Achim Vogler, dem Leiter des Jobcenters des Landkreises Ansbach, über die Vorteile für Arbeitslose und Arbeitgeber gesprochen.

Magazin: “Der Landkreis Ansbach ist Optionskommune – was bedeutet das genau?”
Achim Vogler: “Der Landkreis hat sich letztes Jahr überlegt, die Verantwortung komplett selbst zu übernehmen. Bisher werden wir getragen von der Bundesagentur für Arbeit und vom Landkreis. Künftig werden die Bundesmittel komplett vom Landkreis verwaltet und verarbeitet. Seit Anfang April haben wir jetzt den Auftrag, bis zum 1. Januar 2012 alles so vorzubereiten, dass zunächst mal unsere Kunden nichts von der Umstellung merken und die Leistungen nahtlos laufen. Die erste große Herausforderung war, eine neue EDV zu besorgen. Die Sachen sind schon installiert und im Moment sind wir dabei, die
Programme so aufzubereiten und zu testen, dass sie für unsere tägliche Arbeit von Vorteil sind.”

Magazin: “Warum hat sich der Landkreis als Optionskommune beworben? Wo liegen die Vorteile?”
Achim Vogler: “Ich denke der Landkreis sieht schon die Möglichkeit, wesentlich landkreisspezifischer in Zukunft den Markt bedienen zu können, und zwar sowohl was die Arbeitslosen betrifft, aber vor allem auch unsere Arbeitgeber. Der Landkreis sieht mehr Freiheiten, in der Zusammenarbeit mit dem bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Frauen, als mit der BA mit ihren zentralen Vorgaben. Im Landkreis ist man überzeugt, dass man das etwas flexibler, und vor allem mehr auf die Bedürfnisse der Region zugeschnitten, gestalten kann.”

Magazin: “Was bedeutet das für die Arbeitslosen?”
Achim Vogler: “Ich denke, wir müssen zwei Sachen sehen. Das eine ist die finanzielle Absicherung, da wird sich für den Einzelnen nichts ändern. Die Sätze bleiben gleich. Aber im Vermittlungsbereich wollen wir etwas ändern. Wir werden versuchen, enger mit den Arbeitgebern zusammen zu kommen. Wir wollen mit neuen Methoden noch mehr Integrationserfolge erreichen. Das Ganze aber auch, und das ist dem Landrat und dem Landkreis besonders wichtig, nicht in Konkurrenz zur Agentur vor Ort, sondern ergänzend. Wir denken schon, dass es unsere Aufgabe ist, diesen Markt so gut wie möglich zu bedienen.”

Magazin: “Was bedeutet die Umstrukturierung für die Arbeitgeber?”
Achim Vogler: “Wir werden in ersten Schritten versuchen, unsere Arbeitgeber besser kennenzulernen, so dass wir wissen, der Kunde passt zu einer ganz bestimmten Firma. Dann werden wir versuchen initiativ auf die Firma zuzugehen. Das ist ein ganz neuer Ansatz, den wir hier in der Region mit dem Jobcenter fahren werden. Dazu zerteilen wir den Landkreis in kleine Kuchenstücke. Jeder Arbeitsvermittler ist für einen bestimmten Abschnitt zuständig und soll da auch das Gesicht des Jobcenters werden. Wir werden auch versuchen, auf eine neue Art und Weise auf die Firmen zuzugehen, um so, zusammen mit
den Arbeitgebern, dem vorhandenen Arbeitskräftemangel zu begegnen. Was die Arbeitgeber vor Ort von uns verlangen können ist, dass wir für sie da sind, dass wir Dienstleistung anbieten, möglicherweise auch nachdem eine Integration stattgefunden hat und es zu Problemen kommt. Aber das setzt voraus, dass unsere Arbeitsvermittler ihre Kunden auch gut kennen.”

Magazin: “Wie sieht die konkrete Umsetzung aus?”
Achim Vogler: “Im Moment schaffen wir die Grundlagen dafür, dass ab dem 1. Januar alles funktioniert. Das Personal wird auf die neuen EDV-Programme geschult und dann fangen wir an, auf das neue System umzustellen. Die Arbeitgeberorientierung werden wir Schritt für Schritt angehen. Wir wollen in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres verschiedene Arbeitgeber einladen, die uns ihre Wünsche und Erwartungen mitteilen. Das nächste Jahr sehen wir in bestimmten Bereichen als Anfangsjahr. Wir sehen uns als lernende Einheit, das heißt, dass wir permanent überprüfen, ob der Weg, den wir gehen, der richtige ist.”

NETZWERKKONTAKT

Jobcenter Landkreis Ansbach

Achim Vogler
Crailsheimstrasse 1
91522 Ansbach

Telefon 0981 / 466 20 20 2
achim.vogler@jobcenter-landkreis-ansbach.de