Auswirkungen eines Breitbandanschlusses auf Unternehmen im ländlichen Raum – Erstmals gibt eine empirische Untersuchung darüber Aufschluss, welche konkreten Auswirkungen eine Breitbandversorgung auf Unternehmen im ländlichen Raum haben. Die neue MICUS-Studie „Die Bedeutung des Breitbandausbaus von Gewerbegebieten für Standortattraktivität und Unternehmenserfolg“ belegt erstmals, dass Unternehmen mit einem breitbandigen Internetanschluss schneller wachsen und innovativer sind als ihre Wettbewerber mit langsamem Internetzugang. Tatsächlich kann die Breitbandversorgung sogar die Standortnachteile des ländlichen Raums ausgleichen.

Die neue MICUS-Studie fasst die Ergebnisse in zwölf Kernaussagen zusammen und nennt sechs Empfehlungen, wie schnelles Internet noch stärker zum Unternehmenserfolg beitragen kann.

Breitbandig angeschlossene Unternehmen sind nachweisbar erfolgreicher
Gewerbegebiete im ländlichen Raum gelten allein schon durch ihre Lage in der Peripherie als benachteiligt. Doch kann eine breitbandige Internetversorgung deren Standortfaktoren eventuell aufwiegen? Die Antwort könnte klarer nicht ausfallen: „Unsere aktuelle Studie belegt eindeutig, dass breitbandig angeschlossene Unternehmen nachweisbar erfolgreicher am Markt agieren als schmalbandige. Breitbandinternet ist imstande, strukturbedingten Standortfaktoren entgegenzuwirken“, so Dr. Martin Fornefeld. Der Geschäftsführer des auf Breitband spezialisierten Beratungsunternehmens in Düsseldorf fasst mit diesem Kernstatement die Ergebnisse der neuesten Studie zusammen. Doch er geht sogar noch weiter: „Die stetige Weiterentwicklung der Digitalisierung bei steigenden Anteilen internationaler Aufträge wird den ländlichen Räumen eine Renaissance verleihen! Natürlich nur, wenn die Glasfaser kommt.“ Damit bestätigt die Studie derzeitige Theorien, die dem ländlichen Raum einen Bedeutungszuwachs prognostizieren.

Für die Studie hat MICUS Unternehmen unabhängig von deren Branchenzugehörigkeit und -größe, mit und ohne Breitbandanschluss (>30 MBIT/sec), in Gewerbegebieten in den Regionen Münsterland und Ostwestfalen in einer standardisierten empirischen Untersuchung befragt. Ziel war es herauszufinden, ob oder inwiefern der Standortfaktor „Breitband“ andere Standortfaktoren beeinflusst. Tatsächlich belegen die Ergebnisse der Studie, dass ein Internetanschluss zur Grundversorgung und ein Glasfaseranschluss aktuell die wichtigsten Standortfaktoren für Unternehmen darstellen. Die Studie belegt auch, dass der Glasfaseranschluss klassische Standortfaktoren wie den Arbeitsmarkt, weiche Faktoren und auch Förderungen in ihrer Wichtigkeit verdrängt.

Das Internet überwindet den Raum
Das Internet hilft, Distanzen und Räume zu überwinden. Standortkriterien wie die Verkehrsinfrastruktur, die Nähe zu Bezugs- und Absatzmärkten, die Nähe zu Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen oder die räumliche Nähe zum Arbeitsmarkt nehmen in ihrer Bedeutung ab. Die Konkurrenzfähigkeit gegenüber Unternehmen in Ballungsgebieten steigt. Die Studien-ergebnisse belegen: Der flächendeckende Ausbau mit breitbandigem Internet könnte der sinkenden Attraktivität des ländlichen Raumes und so auch der Abwärtsspirale aus massenhaft abwandernden jungen, qualifizierten Menschen entgegenwirken.

Breitbandunternehmen machen mehr Gewinne
Zu beobachten ist, dass eine leistungsstarke Breitbandinfrastruktur auch auf ansässige Unternehmen einen eindeutigen Einfluss hat. Sie reduziert deren Zeitaufwand und Kosten und steigert damit die Gewinne. Viele Unternehmen nennen speziell den Rückgang von Geschäftsreisen und deren Ersatz beispielsweise durch Videotelefonie als klaren Effizienzgewinn durch Breitbandinternet. Auch die Faktoren Kommunikation und Innovationsfähigkeit werden positiv beeinflusst. 70 Prozent der breitbandig ausgestatteten Unternehmen gaben in der Untersuchung an, ihre Umsätze und Gewinne im letzten Jahr gesteigert zu haben. Bei den schmalbandigen Unternehmen waren es hingegen nur 40 Prozent.

Der Standort Deutschland wird auf dem Land entschieden
„Ein Großteil der befragten, größtenteils mittelständischen Unternehmen agieren deutschland-, europa- oder sogar weltweit und seien somit durchaus als ‚Global Player‘ einzuordnen“, so Fornefeld. Ihre Grundversorgung mit breitbandigen Internetanschlüssen spiegele deren Bedeutung jedoch in keinster Weise wider. „Es ist die Aufgabe aller Beteiligten in Unternehmen, Verbänden, Kammern, Verwaltung und Politik, einen möglichst schnellen Glasfaserausbau zu realisieren. Es sollte in der Vielschichtigkeit der Herausforderungen der Zukunft das Ziel mit der höchsten Priorität sein, um den Standort Deutschland zukunftssicher zu machen“, so Fornefeld abschließend.

Die Studie steht zum kostenfreien Download bereit

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