Schneller und flexibler – die Speedfactory setzt neue Maßstäbe in der Produktion. Zurück zum Konsumenten: Der fränkische Sportartikelhersteller Adidas hat in der Speedfactory in Ansbach mit der Serienproduktion von Sportschuhen begonnen; die ersten kommen gerade in den Handel. Damit verlagert der Sportartikelhersteller die Produktion dorthin zurück, wo der Konsument ist. Den Standort in Ansbach hat der Kunststoffverarbeiter Oechsler erbaut und betreibt ihn. Mittelfristig sollen dort und in einer weiteren Fabrik in Atlanta in den USA pro Jahr rund 500.000 Paar Schuhe weitgehend automatisiert hergestellt werden.

Kombination aus Design und automatisierter, dezentraler Herstellung

Kombination aus Design und automatisierter, dezentraler Herstellung

Gut 97 Prozent der Sportschuhe des Herzogenauracher Sportartikelherstellers Adidas kommen im Moment aus Asien, 360 Millionen Paar Schuhe waren es im vergangenen Jahr insgesamt. Von der Speedfactory in Franken verspricht sich das Unternehmen schneller neue Produkte auf den Markt zu bringen sowie flexibler auf Trends und Kundenwünsche zu reagieren. Denn bisher dauert es über 18 Monate, bis ein neues Modell in den Regalen des Handels steht oder im Internet zu kaufen ist. Das wird sich nun ändern. In der Speedfactory soll der Vorgang nur noch wenige Stunden dauern. Inzwischen arbeiten dort 160 Mitarbeiter. Sie überwachen die weitgehend automatisierte Schuhproduktion und bringen unter anderem in Handarbeit das Obermaterial der Schuhe in Form. Was zunächst nach Utopie klang, ist nun serientauglich. Im Herbst kommen die ersten Modelle aus Ansbach in den Handel. Die Testphase begann bereits im Dezember 2015 und seit diesem Sommer werden die Kapazitäten laut Konzern kontinuierlich gesteigert. Bei der Produktion greift Adidas auf unterschiedliche Herstellungsmethoden zurück, also nicht nur auf 3D-Druck. Aktuell würden in der Speedfactory per Boost-Technologie Schuhsohlen mit spezieller Dämpfung hergestellt Vor rund einem Jahr waren 500 Paar entsprechend ausgerüsteter Laufschuhe vom Typ „Futurecraft M.F.G. (Made for Germany)“ in Berlin vorgestellt worden. „Das Konzept basiert auf einer automatisierten Fertigung, mit der es möglich sein wird, die Produktion dorthin zu verlagern, wo sich die Konsumenten der Marke befinden. „Wir schaffen damit völlig neue Möglichkeiten, wie, wo und wann wir unsere Produkte fertigen können”, erklärte James Carnes, Vice President Strategy Creation bei Adidas.

FutureCraft 3D: Zwischensohle aus dem 3D-Drucker

FutureCraft 3D: Zwischensohle aus dem 3D-Drucker

Die Adidas Gruppe ist einer der weltweit führenden Anbietern von Sportartikeln sowie Zubehör für Sport und Lifestyle. Die Gruppe mit Sitz in Herzogenaurach beschäftigt weltweit mehr als 60.000 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 19 Milliarden Euro. Zu Beginn der 1920er Jahre fertigten die Gebrüder Dassler in der alten Waschküche ihrer Mutter Turnschuhe; im Jahre 1928 kamen das erste Mal Dassler-Schuhe bei den Olympischen Spielen in Amsterdam zum Einsatz. 1949 gründete Adolf Dassler die heutige Adidas AG.