Logistik, Reinigung, Sicherheit oder Buchhaltung: Immer mehr Unternehmen geben Dienstleistungen nach außen ab. Manchmal ist es billiger und klüger, Arbeiten und Aufgaben aus dem Betrieb auszulagern. Der Prozess nennt sich Outsourcing. „Alle Bereiche kommen in Frage, die nicht im klassischen Kerngeschäft eines Unternehmens liegen“, erklärt Dr. Udo Raab, Leiter des Geschäfts-bereichs Standortpolitik und Unternehmensförderung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nürnberg für Mittelfranken. „Seine Wurzeln hat das Outsourcing in der Buchhaltung, Steuerberatung und Marktforschung. Heutzutage zieht sich das Auslagern von Dienstleistungen quer durch alle Bereiche. Das Spektrum ist unendlich groß, von kreativen Köpfen über Programmierer und Personal bis zum Versand.“ Und der IHK-Fachmann sieht die Entwicklung noch längst nicht am Ende: „Die Arbeitsteilung wird weitergehen.“

Dr. Udo Raab, Leiter des Geschäftsbereichs Standortpolitik und Unternehmensförderung bei der IHK Nürnberg für Mittelfranken

Dr. Udo Raab, Leiter des Geschäftsbereichs Standortpolitik und Unternehmensförderung bei der IHK Nürnberg für Mittelfranken

Dr. Udo Raab hat an der IHK-Studie zusammen mit der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS) „Wertschöpfungsketten der Automation-Branche“ am Beispiel des Automation Valley Nordbayern mitgearbeitet. Darin heißt es zum Thema Zukauf von Dienstleistungen: „Abschließend ist festzuhalten, dass im Zuge der aufkommenden ‚Industrie 4.0‘ der flächendeckende Einzug von Informations- und Kommunikationstechnik sowie deren Vernetzung zu einem Internet der Dinge, Dienste und Daten weitere industrielle Dienstleistungsinnovationen hervorbringen wird. Auch traditionell starke Branchen in Deutschland, wie der Maschinen- und Anlagenbau, die Elektrotechnik sowie Automobilindustrie bleiben von dieser Entwicklung nicht unberührt.“

„Ein Pizzabäcker muss beispielsweise die beste Pizza der Stadt machen, aber er muss dafür nicht sein Essen zu den Abnehmern rollern“, stellt Udo Raab fest. „Hierfür kann er auf andere Dienstleister zurückgreifen. Er hat die prüfenswerte Entscheidung: Muss ich das selber machen oder kann ich meine Zeit besser nutzen?“ Deswegen lohne sich das Thema Outsourcing auch für kleine Unternehmen, so Raab weiter, selbst für einen Ein-Mann-Betrieb. Die einzige Grenze liegt nach Meinung des Fachmanns darin, kein spezifisches Know-how an externe Dienstleister zu geben. Denn damit sei die Wertschöpfungskette im eigenen Betrieb gefährdet, erklärt Raab weiter. Wichtig sei es, das eigene Alleinstellungsmerkmal zu kennen und dem Dienstleister nicht zu viel Einfluss im eigenen Betrieb einzuräumen. Außerdem sollten Unternehmer darauf achten, dass Qualität und Zeit der Dienstleistung stimmten, empfiehlt der Experte.

Anna Eberlein, Marketing und Kommunikation AWI Eberlein GmbH

Anna Eberlein, Marketing und Kommunikation AWI Eberlein GmbH

AWI Eberlein GmbH, Langfurth
Die AWI Eberlein GmbH ist gemeinsam mit der Friedrich Eberlein GmbH und der peel-plate GmbH Mitglied der Firmengruppe Eberlein, die ihre Anfänge in der Pinselproduktion im Jahr 1900 hat. Inzwischen ist sie in der vierten Generation im Besitz und unter der Führung der Familie Eberlein. Wilhelm Eberlein legte den Grundstein mit der Produktion und dem Verkauf von Pinseln in Langfurth (Landkreis Ansbach). Nachdem sich bei der Willi Eberlein GmbH über die Jahre hinweg der Zusatz Arbeitsschutz, Werkzeuge und Industriebedarf (AWI) etabliert hat, firmiert diese seit diesem Jahr als AWI Eberlein GmbH. Der Betrieb ist Partner der europäischen Industrie und hat sich zu einem Vollsortimenter aus dem Bereich der Hilfs-und Betriebsstoffe entwickelt. Die Kunden kommen unter anderem aus den Branchen Luft- und Raumfahrt, Automobil, Papier sowie Kunststoff. Jedes Unternehmen hat seine ganz eigenen Anforderungen, wenn es um die Beschaffung seiner C-Teile geht. Sie bilden ein kleinteiliges Portfolio an komplexen Einzelteilen mit noch komplexeren Beschaffungswegen. Ob Werkzeuge, Toilettenpapier, Büromaterial, Schläuche, Verpackungen, Arbeitsschutz, Papier, Dichtungen, Schrauben oder Reinigungsmittel: Die Produkte sind grundverschieden. Deswegen hat sich der mittelfränkische Betrieb darauf spezialisiert, seinen Kunden diese Bürde abzunehmen, und er kennt die Problemstellungen, welche das C-Teile-Management in der Industrie mit sich bringt. Das A und O ist es, für jeden Kunden eine individuelle Lösung zu erarbeiten. Außerdem bietet das Unternehmen einen umfassenden Bekleidungsservice, vom Aufbringen des Firmenlogos über Tragetests, sowie die passende Lösung für die Reinigung bis zur Änderungsschneiderei.

Tom Blades, Vorsitzender des Vorstands von Bilfinger

Tom Blades, Vorsitzender des Vorstands von Bilfinger

Bilfinger, Mannheim
Bilfinger ist ein international führender Industriedienstleister mit rund 37.000 Mitarbeitern rund um den Globus. Der Konzern steigert die Effizienz von Anlagen, sichert hohe Verfügbarkeit und senkt die Instandhaltungskosten. Hauptsitz der im MDAX gelisteten Gesellschaft ist Mannheim. Das Portfolio deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab: von Consulting, Engineering, Fertigung, Montage, Instandhaltung, Anlagen-Erweiterung bis hin zu Umwelttechnologien und digitalen Anwendungen. Und: Bilfinger ist für Unternehmen in Deutschland mit Abstand erste Wahl in Sachen Industriedienstleistungen. Bereits zum neunten Mal in Folge belegte der Seriensieger Platz eins im Industrieservice-Bereich. Das ist das Ergebnis der renommierten Lünendonk-Liste 2017, die die Lünendonk & Hossenfelder GmbH jährlich erstellt. Mit einem Inlands-Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Konzern rund ein Viertel mehr als der Zweitplatzierte. „Ich freue mich, dass wir nahezu ein Jahrzehnt ununterbrochen die Rangliste anführen. Wir steigern die Effizienz von Anlagen und senken gleichzeitig die Kosten der Instandhaltung – das wissen unsere Kunden zu schätzen“, so Tom Blades, Vorsitzender des Vorstands von Bilfinger. Mit der strategischen Neuausrichtung fokussiert sich der Konzern seit Frühjahr 2017 ausschließlich auf Industriedienstleistungen. Diese werden in die Bereiche Engineering & Technologies sowie Maintenance, Modifications & Operations unterschieden. Seine Leistungen bietet das Unternehmen insbesondere in Kontinentaleuropa, Nordwesteuropa, Nordamerika und im Nahen Osten an. Die Kunden kommen aus den Industrien Chemie & Petrochemie, Energie & Versorger, Öl & Gas, Pharma & Biopharma, Metallurgie und Zement. „Diese sehr klare Strukturierung und der Fokus auf attraktive Märkte bilden die Grundlage für unser profitables Wachstum in den kommenden Jahren“, so Tom Blades. Mit 24 Prozent der Konzernleistung ist Deutschland der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt, in den anderen Ländern Europas wurden 53 Prozent der Leistung erzielt. Bilfinger ging im Jahr 1975 aus der Fusion mehrerer Baugesellschaften hervor, deren historische Wurzeln bis ins Jahr 1880 zurückreichen.

Tanja Wüstenhagen, Geschäftsführerin SYRYKYD

Tanja Wüstenhagen, Geschäftsführerin SYRYKYD

SYRYKYD Industriedienstleistungen, Dinkelsbühl
Tanja Wüstenhagen ist Geschäftsführerin von Syrykyd in Dinkelsbühl mit aktuell rund 120 Mitarbeitern. Das Unternehmen übernimmt seit dem Jahr 2008 für andere Betriebe Industriedienstleistungen. Die Beschäftigten sortieren beispielsweise mangelhafte Ware aus, konfektionieren, lagern, bearbeiten Produkte nach oder montieren. Kunden sind namhafte Hersteller, regionale Unternehmen sowie kleine und mittelständische Betriebe. „Es muss schnell agiert werden, die Geschwindigkeit ist unser großer Schlüssel“, so die Geschäftsführerin.  „Wo es für andere schwierig wird, fangen wir erst an.“ 99 Prozent aller Arbeiten finden im Betrieb in Dinkelsbühl statt. Beispielsweise verpacken Mitarbeiter einzelne Produkte, wie beispielsweise Pinsel, oder sie überprüfen Steckkontakte mit großen modernen Industriemikroskopen. Aber das Unternehmen stellt auch Werbeartikel zusammen und verpackt Weihnachtsgeschenke. Bei alltäglichen Sortier- und Verpackungsaufgaben kann der externe Dienstleister kostengünstig unterstützen, etwa um größere Brief- und Warenaussendungen vorzubereiten.

Qualitätskontrollen bei SYRYKYD

Qualitätskontrollen bei SYRYKYD

Das Personal setzt sich aus hochflexiblen Beschäftigten zusammen, die auch bereit sind, kurzfristig am Wochenende oder nachts zu arbeiten, wenn ein Auftrag schnell abgewickelt werden muss. Ständige Weiterbildung sichert den hohen Qualitätsstandard, denn das ist die beste Werbung für das Dinkelsbühler Unternehmen. Ein Problem an ihr Personal zu kommen, hat die Geschäftsführerin nicht: „Die Frage ist, wann können die Beschäftigten arbeiten? Wenn Eltern oder Kinder gut versorgt sind“, erklärt Tanja Wüstenhagen. „Es gibt immer genug Freiwillige.“ Die Hierarchie im Unternehmen bezeichnet sie als „flach“, wichtig sei es, alle Mitarbeiter mit ins Boot zu holen. Denn dadurch komme es auch immer wieder zu Verbesserungsvorschlägen durch die Beschäftigten, die sie selbst gar nicht so auf dem Schirm gehabt habe, so Wüstenhagen weiter.

Andreas Fuhr, Fuhr-Consulting

Andreas Fuhr, Fuhr-Consulting

Fuhr-Consulting, Schillingsfürst
Richtige Marketingstrategien helfen Unternehmen, den Erfolg nachhaltig zu steigern. Allerdings setzen Betriebe das Thema oftmals nur halbherzig um und verbrennen dadurch unnötig Geld. „Viele kleine und mittelständische Unternehmen verwechseln immer noch Werbung und Marketing“, staunt Andreas Fuhr von Fuhr-Consulting in Schillingsfürst (Landkreis Ansbach). „Werbung ist nur ein Teil des Marketings.“ Fuhr berät Unternehmen, entwickelt maßgeschneiderte Vertriebs- sowie Marketingkonzepte und setzt sie um. Zusätzlich konzipiert er auch Maßnahmen für das Fachkräfte- und Auszubildendenmarketing. Marketingberatungsagenturen unterstützen Unternehmen, die sich dafür keinen eigenen Mitarbeiter leisten wollen oder können, Sie unterstützen auch, wenn die notwendige Praxis fehlt.

Oftmals kümmern sich Besitzer oder Geschäftsführer selbst um das Marketing, aber in kaum einem anderen Sektor hat sich seit den 1990er Jahren so viel verändert. Es gibt neue Werbemöglichkeiten, „klassische“ sind nicht immer sinnvoll. Für Fuhr steht an erster Stelle eine umfassende Recherche: Markt, Wettbewerb und wie sieht die Situation intern aus. Gerade innerhalb des Betriebs führt er Gespräche mit allen relevanten Abteilungen. „Durch geschönte Informationen oder fehlenden Eckdaten kommt es zu einer falschen Strategie“, so Fuhr. „Man braucht nicht immer nur den schönen Prospekt, den jede Werbeagentur gerne anbietet. Der Mix und die Regelmäßigkeit der Marketingmaßnahmen – ausgerichtet auf die jeweiligen Zielgruppen – machen es aus.“ Den Unternehmen empfiehlt er, sich am Jahresbeginn ein Budget zu setzen. Die Zielgruppen werden immer kleiner und unübersichtlicher. Deswegen empfiehlt Fuhr das passende Produkt für die richtige Zielgruppe. Bei bestimmten Branchen setzt er besonders auf Empfehlungsmarketing, in seinen Augen eine der effektivsten Formen.

Oft macht er die Erfahrung, dass sich Firmenbesitzer erst dann mit Marketing beschäftigen, wenn es eigentlich zu spät ist. „Viele kennen ihre Kunden gar nicht, sondern haben einen fiktiven Wunschkunden, der reell gar nicht existiert“, so Fuhr. Das liege vor allem an liebgewonnenen Traditionen, ohne sie regelmäßig zu überprüfen. Kunden und Kundengruppen verändern sich, genauso muss sich auch das Marketing ändern. Dabei sollte man den Branchentunnelblick verlassen. „Man hat keinen Erfolg, wenn man nur das macht, was alle in der Branche machen“, so Fuhr. Produkte und Dienstleistungen sind so nicht unverwechselbar. Deshalb sind Werbefirmen, die sich  auf eine Branche spezialisieren, eher ein Nachteil. Darüber hinaus sei eine „kritische Distanz“ zum Unternehmen von Vorteil, ist Andreas Fuhr überzeugt.

Geschäftsführer Matthias Bäuerle, CREADIS GmbH

Geschäftsführer Matthias Bäuerle, CREADIS GmbH

CREADIS GmbH, Ansbach
Daniel Gadeberg gründete vor zwanzig Jahren in Dänemark den Dansk Ingeniørservice A/S. Das Ziel war, neue Lösungen für technische Herausforderungen zu finden. Das Unternehmen hat sich von einem Ingenieurdienstleister für den Maschinenbau zu einem innovativen Technologiedienstleister entwickelt, der branchenübergreifend ein breites Spektrum an ingenieurfachlichen Disziplinen abdeckt. Unter dem Namen CREADIS ist der Dansk Ingeniørservice 2011 in den deutschen Markt eingestiegen. Matthias Bäuerle baute die Niederlassung im Ansbacher Technologiepark auf und leitet sie als Geschäftsführer. Seit 2016 ist das Unternehmen auch international als CREADIS in Polen, der Ukraine und den USA vertreten. Hinter DIS und CREADIS stehen heute länderübergreifend über 500 hochmotivierte und kompetente Mitarbeiter als Maschinenbau-, Software-, Hardware-, Elektronik-, Automatisierungs- und Elektroingenieure, Industriedesigner sowie Unternehmensberater. Knapp 85 Prozent der Mitarbeiter sind Ingenieure, die neue Technologie- und Designlösungen für Mittelständler und Industriekunden entwickeln. Die Hälfte des Geschäfts macht das Unternehmen mit Windkraft. Aber auch für die Öl- und Gasindustrie, Nahrungsmittelproduktion, Landmaschinentechnik und Medizintechnologie ist das Unternehmen tätig.

„Wenn Betriebe spezielle Kenntnisse oder Fertigkeiten haben, dann versuchen wir, zusammen mit ihnen neuen Ideen zu entwickeln, um zu neuen Produkten oder Technologien zu kommen“, so Geschäftsführer Matthias Bäuerle. Das Unternehmen führt Aufgaben für den Kunden als volles Projekt oder in Einzelphasen in einer der Niederlassungen aus. Das Outsourcen einer Aufgabe an das Unternehmen hat den Vorteil, dass sie in einem effektiven Entwicklungsumfeld gelöst wird, in dem der Fokus allein auf dem Projekt liegt. Oft geschieht das mit kurzen Durchlaufzeiten. Der Vorteil für den Kunden: Er bezahlt nur für die Zeit, in der an der Aufgabe gearbeitet wird. CREADIS hat zudem die Möglichkeit, Ressourcen und Kompetenzen während des gesamten Projektverlaufs aufzustocken oder zu verringern, so dass der Kunde sicher sein kann, seine Deadline einzuhalten.

Geschäftsführer Alexander Kalusche, acad group

Geschäftsführer Alexander Kalusche, acad group

acad group Heilsbronn
Diplom-Ingenieur Alexander Kalusche hat im Jahr 1991 den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und gründete das Unternehmen acad im mittelfränkischen Heilsbronn. Zuvor hat er Erfahrungen als Entwicklungsingenieur bei der BMW AG in München und später bei Chrysler im Südwesten des US-Bundesstaates Michigan gesammelt. In den Anfangsjahren ging es vor allem um Entwicklungen für die Industrie, besonders für Automobilzulieferer, später kamen weitere Bereiche dazu. Vor allem das Prototyping gewann zunehmend an Bedeutung, um Entwicklungen abzusichern. Prototypen zeigen Schwachstellen auf, beispielsweise wo Nahtstellen verkanten. „Bei unseren Prototypen in Spritzguss probieren wir alle möglichen neuen Dinge aus, was Faserverstärkung betrifft mit neuartigen Langfaser- und Endlosfaseranwendungen“, so Geschäftsführer Alexander Kalusche. Das fränkische Unternehmen deckt eine große Brandbreite an Dienstleistungen ab. Unter dem Dach der acad group befinden sich drei spezialisierte Unternehmensbereiche: acad engineering bietet Produktentwicklung für Automotive Intérieur, acad prototyping Kunststoffteile im Express-Spritzguss-Verfahren und acad systems entwickelt Gehäuse für die Medizintechnik. „Wir probieren auch bei kleineren Serien eine gute Technologie anzusetzen, die massenproduktähnliche Qualitäten darstellt”, so Alexander Kalusche. Prominente Aufträge des Unternehmens sind die Kopfstütze für den Mercedes SLK oder die Konsolenarmlehne für den VW Touran, die im vergangenen Jahr in Serie ging. Auf Kundenwunsch betreut das acad-Team auch komplette Projekte von der Konzeptentwicklung bis zur Serienoptimierung. Das Unternehmen hat rund 35 Mitarbeiter. Zu den Kunden gehören Automobilhersteller und weltbekannte Industrieunternehmen wie Porsche, Audi, Continental, Siemens und Carl Zeiss Vision.

Geschäftsführer Andreas Nusko, Franz und Wach

Geschäftsführer Andreas Nusko, Franz und Wach

Franz & Wach Personalservice GmbH, Crailsheim
Ein Londoner Institut hat für das Marktvolumen in der Zeitarbeit ein anhaltendes Wachstum in Deutschland prognostiziert. Unter den deutschen Unternehmen gehört Franz & Wach Personalservice GmbH mit Hauptsitz in Crailsheim zu den erfolgreichsten Firmen der vergangenen Jahre. Für Andreas Nusko ist das vorausgesagte Wachstum aber keine Überraschung: „Die Beschäftigung in der Zeitarbeit wächst parallel mit der Gesamtzahl der Beschäftigten in Deutschland. Der Anteil der Zeitarbeit an der Gesamtbeschäftigung bleibt dagegen gleich“, erklärt der Geschäftsführer. „In der Zunahme des Marktvolumens kommen nicht nur die höhere Zahl an Beschäftigten zum Ausdruck, sondern auch der Preisanstieg in der Zeitarbeit, der wiederum in erster Linie durch die gestiegenen Löhne verursacht wurde.“ Franz & Wach vermittelt ein breites Spektrum an Zeitarbeitern in allen Branchen, von ungelernten Kräften bis zu Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung, wie beispielsweise Industriemechaniker und Elektriker. Der Anteil an Akademikern liegt bei zwei Prozent. Dem Unternehmen kommt es vor allem darauf an, in persönlichen Gesprächen mit den Bewerbern herauszufinden, wo ihre Stärken liegen. „In Personalabteilungen großer Unternehmen fliegen schon mal eine ganze Reihe an Bewerbungen raus, weil irgendein Punkt im Lebenslauf nicht der richtige ist. Wir erarbeiten gemeinsam mit den Bewerbern ihre Motivation und mögliche Einsatzgebiete. Denn wir wollen Menschen mit Sinn und Verstand finden“, erklärt Dr. Ralf Eisenbeiß, Marketingleiter und Presse-sprecher des Unternehmens. Der Personaldienstleister ist an mehr als 20 Niederlassungen vertreten und beschäftigt über 2.500 Mitarbeiter. Bundesweit gehört das Unternehmen in einem Markt von über 10.000 Anbietern zu den 25 größten Unternehmen. Als Serviceführer stehen der Kundennutzen und die Mitarbeiterentwicklung im Mittelpunkt. Klare Kommunikation, kluges Recruitment und kompetente Beratung werden als Alleinstellungsmerkmale gesehen.

Claimmanager Oliver Dittmann

Claimmanager Oliver Dittmann

Oliver Dittmann – Mediation & Training
Tölpel oder Biene? Wie schaut erfolgreiches Claim Management aus? Oliver Dittmann, Claim Manager im Anlagen- und Maschinenbau aus Langfurth (Landkreis Ansbach), gibt den effektiven Bienen den Vorzug. „Anlagenprojekte sind komplex und langfristig angelegt. Behinderungen und Änderungen sind an der Tagesordnung und der Auftragnehmer muss mit Bedacht handeln, damit er am Ende nicht auf Mehrkosten sitzen bleibt“, so Dittman. Dabei gehe es nicht darum, durch aggressives Vorgehen den Profit auf Kosten von Kunden und Lieferanten zu erhöhen, sondern einen fairen Ausgleich rechtmäßiger Ansprüche sicherzustellen. Keine leichte Aufgabe. Projektleitern fällt es zum Beispiel schwer, die fristbewährten Dokumentationspflichten für alle Behinderungen und Mehrleistungen einzuhalten, auch weil die Pflichten von Vertrag zu Vertrag unterschiedlich sind. Bei großen Projekten sind oft Claim Manager in Vollzeit auf der Baustelle. Mittelständische Unternehmen vernachlässigen das Thema häufig. Wenn dann das Projektergebnis aus dem Ruder gelaufen ist, reiben sie sich verwundert die Augen. Dittmann empfiehlt seinen vertragsindividuell anzupassende „Vigilanten“. Das Projekthandbuch auf Basis einer Standardsoftware fasst dem Projektleiter alle relevanten Vertragsgrundlagen zusammen, bietet Mustertexte, Ansprechpartner und fortzuführende Korrespondenzlisten. „Diese Vorarbeit beim Aufsetzen des Projektes spart im Nachhinein viel Zeit, Geld und Nerven“, erklärt Dittmann.

Er unterstützt mittelständische Maschinen- und Anlagenbauer je nach Bedarf durch Schulungen (Vertragsrecht, Claim Management und Verhandlungsführung), bei der Implementierung und Führung des Vigilanten, Korrespondenz und Vorbereitung sowie Durchführung von Verhandlungen. Wichtig ist die Mitarbeiter zu qualifizieren, die ihr Wissen dann selbstständig auf Folgeprojekte übertragen können – eine nachhaltige Maßnahme für das Unternehmen. Wie im Bienenstock tragen alle autonom und zielstrebig zum Gelingen bei. Diplom-Wirtschaftsjurist Oliver Dittmann profitiert bei seiner Tätigkeit als Mediator, Claim Manager und Trainer von einer langen Berufs- und Führungserfahrung im internationalen Maschinen- und Anlagenbau. Er bietet praxisbezogene Seminare zum Anlagenvertrag, Claims- und Konfliktmanagement sowie zur Verhandlungsführung an. Daneben ist er seit 2014 Mitglied des Dispute Boards für den elektromechanischen Teil des Wasserkraftprojekts „Tarbela 4th Extension“ am Indus in Pakistan.

Geschäftsführer Siegfried Müller, MB Connect Line

Geschäftsführer Siegfried Müller, MB Connect Line

MB Connect Line, Dinkelsbühl
Siegfried Müller hat eine Ausbildung zum Energieanlagenelektroniker gemacht. Und obwohl er einen guten Job hatte, war für ihn immer klar, dass er sich irgendwann selbstständig machen möchte. Gesagt, getan. 1997 gründete er das Unternehmen MB Connect Line mit Sitz in Dinkelsbühl und setzt seitdem konsequent auf „Made in Germany“. Das Unternehmen bietet Lösungen zur professionellen Kommunikation über das Internet. Dabei geht es vor allem um die Vernetzung von Anlagen und Maschinen zur Fernwartung, Datenerfassung sowie der Machine-to-Machine-Kommunikation. Dabei tauschen Maschinen und Anlagen ihre Daten automatisch untereinander aus, ohne dass Mitarbeiter eingreifen. Das Internet ist das Rückgrat der weltweiten Kommunikation und damit auch Basis für den Fernwartungsbaukasten von MB Connect Line. Die Systeme finden sich quer über den Globus verteilt. Auch das Thema Sicherheit spielt eine große Rolle, damit niemand unbefugt die Daten abgreift, manipuliert oder ausspäht. Das Dinkelsbühler Unternehmen ist Teil der secUnity Sicherheitslandkarte, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. Die Landkarte gibt einen umfassenden Überblick über die aktuelle IT-Sicherheitsforschung in Deutschland. Sie zeigt, auf welchen Forschungs- und Anwendungsgebieten Akteure im akademischen und industriellen Umfeld arbeiten. Dadurch können Unternehmen neue Kooperationen im eigenen Umfeld aufbauen und Partner für die interdisziplinäre Zusammenarbeit finden. MB Connect Line bietet auch die Möglichkeit des dualen Studiums im Bereich der Informationstechnik an – für den Geschäftsführer ein gutes Instrument, weil dadurch beim Mitarbeiter eine Bindung zum Unternehmen entsteht.

Geschäftsführer Frank Dommel, Dommel GmbH

Geschäftsführer Frank Dommel, Dommel GmbH

Dommel GmbH, Wassertrüdingen
Seit über vier Jahrzehnten ist die Dommel GmbH in Wassertrüdingen Systemlieferant für Industrieelektronik. Die Produktpalette reicht von Prüftechnik für die Automobilindustrie über Medizin-, Labor- und Lebensmitteltechnik bis zu Alarmsystemen. Schwerpunkt sind die Entwicklung und Fertigung von kundenspezifischen Systemen. Die Prüfsysteme aus dem Hause Dommel kommen bei Automobilherstellern zum Einsatz. Das fränkische Unternehmen mit insgesamt 105 Mitarbeitern entwickelt und liefert diese Technik an einen weltweit agierenden Technologiekonzern, der die Systeme bei den Autobauern installiert. Im Bereich Outsourcing übernimmt das Unternehmen die komplette Elektrofertigung von Betrieben, in denen beispielsweise die Produktion geschlossen wurde oder die nicht mehr wirtschaftlich sind, wie Geschäftsführer Frank Dommel erklärt.  Teilweise verschickt das fränkische Unternehmen dann die Produkte im Namen der Kunden, oder sie gehen an den Auftraggeber zurück, da die Teile noch weiter verbaut werden.

Das Thema Fachkräftemangel geht auch an Frank Dommel nicht vorbei: „Der Druck in diesem Bereich wird weiter wachsen, aber nicht nur bei uns, sondern das geht anderen Unternehmen genauso.“ Mit einem Mitarbeiter startete das Unternehmen Anfang der 1970er Jahre in der Innenstadt von Wassertrüdingen mit der Planung von Industrieanlagen. Nach dem Tod von Firmengründer Wilfried Dommel 1994 übernahmen Sohn Frank, Bernd Ruttmann sowie Winfried Fälschle die Geschäftsführung und vollzogen den Wandel zum heutigen Unternehmen. Für den Standort Wassertrüdingen wünscht sich der Unternehmer: „Die Bahn ist natürlich ein großes Thema, und auch die bestehenden Straßen sollten mal wieder auf den Stand der Zeit gebracht werden.“ Der Geschäftsführer engagiert sich auch in der Hesselberg AG, einem Unternehmer-Netzwerk, das mit gemeinsamen Projekten die Region stärken möchte. Dazu gehört auch das Engagement, Fachkräfte für die Region zu gewinnen und junge Menschen auszubilden.