Logistik ist deutschlands drittgrößter Wirtschaftssektor – im westlichen Mittelfranken arbeiten fast 14.000 Menschen in diesem Bereich, ein Einblick in diese Branche. Logistik ist nicht nur der reine Transport, sondern auch viel Dienstleistung drum herum. Es gibt zahlreiche Unternehmen in der Region, die sich diesen Aufgaben stellen*. Zudem wird die Branche vom digitalen Wandel besonders stark beeinflusst. Wie wird die Welt der Logistik in einigen Jahren aussehen? Liefern Roboter bestellte Ware an die Endkunden? Aktivieren Fahrer den 3D-Drucker in ihren Anhängern, um die Bestellungen während des Transports zu fertigen?

Die Herausforderungen für die Logistik sind groß, etwa in der Verarbeitung von Unmengen an Daten. Seit 2009 leitet Evi Hartmann den Lehrstuhl für Supply Chain Management an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Außerdem hat sie den Bestseller „Wie viele Sklaven halten Sie?“ geschrieben. Das Business Lounge Magazin hat mit ihr darüber gesprochen, wohin sich diese Branche in Zukunft entwickelt.

MAGAZIN: „Welche Probleme brennen den Unternehmen auf den Nägeln?“

Prof. Dr.-Ing. Evi Hartmann, Lehrstuhl für Supply Chain Management an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Prof. Dr.-Ing. Evi Hartmann, Lehrstuhl für Supply Chain Management an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Evi Hartmann: „Das sind unter anderem solche, die ich die Schlagzeilenprobleme nenne, insbesondere die neuen Herausforderungen durch die vierte industrielle Revolution und die digitale Transformation. Die halbautonomen, autonomen und überall mit Sensoren versehenen Fertigungsstraßen und die vernetzten Lieferketten liefern nicht nur Güter, sondern auch eine unübersehbare Datenmenge. Das ist so ein Problem:
Wie mache ich aus Big Data möglichst effizient Smart Data? Dass ich innerhalb meiner Supply Chain neuerdings Millionen neuer Daten erhalte, heißt ja noch nicht, dass ich oder meine Kunden etwas davon haben. Das ist eine Herausforderung: Wie lassen sich aus vielen neuen Daten nützliche Informationen gewinnen? Und wie werden aus diesen Informationen dann Vorteile für Produktion, effizientere Prozesse
und für die Kunden? Dafür braucht man riesige Rechenkapazitäten, braucht man Cloud Computing, was Geld kostet, das nicht jedes Unternehmen hat oder ausgeben möchte – noch ein Problem.“

MAGAZIN: „Welche nützlichen Informationen liefern die vielen Daten denn?“

Evi Hartmann: „Die erste Herausforderungen liegt darin, aus diesen riesigen Datenmengen nützliche Muster herauszulesen. Welche spezifischen Daten innerhalb der Datenwolke weisen zum Beispiel auf Lieferengpässe hin? Ein kompetentes Team von Datenanalytikern oder Data Scientists, wie das heute heißt, findet das heraus, respektive schreibt die richtigen Suchalgorithmen, die das herausfinden. Dann kann man jeden Lieferartikel mit einer Ausfall-Wahrscheinlichkeit hinterlegen und seine eigene Fertigung, aber auch die Kunden darüber informieren. Wer diese Risikozahlen kennt, kann dann Ersatzlieferungen rechtzeitig auslösen, eine zweite Quelle aktivieren oder zusätzliche Bestände aufbauen: Niemand müsste mehr warten, bis ein Artikel ausfällt, sondern könnte den Ausfall quasi schon vor dem Ausfall pro-aktiv vermeiden. Doch so pro-aktiv, agil und flexibel sind viele Prozesse der internen Logistik in vielen Unternehmen noch nicht: Auch das ist eine Herausforderung der Zukunft.“

MAGAZIN: „Wie sind die Unternehmen generell aufgestellt?“

Evi Hartmann: „Unternehmen, die heute in Westmittelfranken und dem benachbarten baden-württembergischen Grenzgebiet seit vielen Jahren qualitativ hochwertige Güter herstellen und Dienstleistungen anbieten, brauchen sich in nichts zu verstecken. Sie können mit breiter Brust auf ihre Leistungen der Vergangenheit und Gegenwart verweisen. Was jedoch einige Zukunftsthemen angeht, fällt mir schon auf, dass auch bundesweit die Veränderungsbereitschaft oft noch zu schwach ist. Die Haltbarkeit des Status Quo wird überschätzt. Viele Geschäftsführer und Inhaber unterschätzen auch die Radikalität des aktuellen digitalen Wandels. Und sie unterschätzen den Mehrwert, der in einer erhöhten Datentransparenz steckt. Hinzu kommt, dass noch interne Kompetenzen fehlen. Die großen Konzerne suchen gerade viele, viele Data Scientists. Das sind nicht nur Leute, die mit Excel umgehen können. Das sind Fachleute, die Statistiken rauf- und runteranalysieren können. Außerdem hat inzwischen jedes Unternehmen seine IT-Abteilung oder seinen Administrator. Doch in der Digitalisierung schwebt die IT-Abteilung nicht unverbunden neben dem eigentlichen Betrieb her und hält die Computer am Laufen. Sie hilft den Fachabteilungen auch, aus der Datenfülle nützliche Informationen und aus den Informationen verwertbare Vorteile für Prozesse und Kunden abzuleiten – und genau das können viele Unternehmen noch nicht. Es fehlen die Fachleute dafür.“

MAGAZIN: „Für welche Unternehmen lohnt es sich, die Logistik an Logistikdienstleister abzugeben?“

Evi Hartmann: „Auf den Punkt gebracht: Für jedes Unternehmen, das die Logistik nicht mehr als Kernkompetenz des Geschäfts definiert. Denn die großen und erfahrenen Dienstleister verfügen über eine Kompetenz und vor allem über eine Logistik-Infra-struktur aus LKW, Lagern, Disponenten, Hard- und Software und Prozessabläufen – da kann ein Fertigungsunternehmen mit eigenen Bordmitteln nur im Ausnahmefall mithalten. So etwas selber aufzubauen, ist auch viel zu teuer für ein herstellendes Unternehmen. Hinzu kommt: Wozu soll ein Unternehmen jetzt auch noch in die Digitalisierung einer eigenen Logistik investieren, wenn es dafür einen externen Dienstleister nutzen kann, der diese teuren Investitionen schon getätigt hat? Deutschland ist Logistikland mit hervorragenden Dienstleistern, die nur darauf warten, exzellente Leistung zu liefern.“

MAGAZIN: „Was lehren Sie Ihren Studenten?“

Evi Hartmann: „Wir lehren sie, die mittlerweile sehr komplexen und dynamischen globalen Wertschöpfungsnetzwerke zu entwerfen, zu verändern und so zu nutzen, dass Kunden, Umwelt, Lieferanten und Shareholder alle etwas davon haben. Wir lehren sie, die richtigen Entscheidungen zu treffen: Lohnen sich zum Beispiel Paket-Drohnen? Um das zu entscheiden, muss man sich im strategischen Supply Chain Management auskennen. In der Transport- und Distributionslogistik lernen unsere Studierenden, wie man Güter und Materialien rechtzeitig und kostengünstig dahin bringt, wo sie gebraucht werden. Hinzu kommen Kompetenzen in Beschaffungs- und Lieferantenmanagement, Produktions- und Bestandsmanagement. Ganz gleich, an welcher Stelle in den globalen Supply Chains Sie einen Absolventen auch einsetzen – er kann und wird seinen Erfolgsbeitrag leisten.“

MAGAZIN: „Wo liegen die späteren Arbeitsfelder?“

Evi Hartmann: „Im Grunde an allen erdenklichen Stellen der internationalen Supply Chain Netzwerke. Meist fängt ein Absolvent im strategischen oder operativen Einkauf an, in Logistik, Lieferantenmanagement, Netzwerkplanung, Produktionslogistik, Fertigung oder Qualitätsmanagement. Aber mit der Zeit können er oder sie es bis zum CPO, COO, Chief Supply Chain Officer oder Logistikleiter bringen. Viele steigen auch bei den Strategiestäben der Unternehmen oder bei Beratungsunternehmen ein: Gut ausgebildete Supply Chain Manager sind derzeit überall gesucht.“

Steffen Jaugstetter, Niederlassungsleiter bei Geis in Satteldorf

Steffen Jaugstetter, Niederlassungsleiter bei Geis in Satteldorf

Geis Eurocargo GmbH, Satteldorf
Die Geis Gruppe bietet standardisierte und kunden-spezifische Transportlösungen sowie die ganze Bandbreite logistischer Dienstleistungen. 140 Standorte hat das Unternehmen europaweit mit knapp 6.200 Mitarbeitern. Über acht Millionen Transportaufträge wickelt die Geis Gruppe im Jahr ab – 2.500 Fahrzeuge sind quer durch Europa unterwegs. Am Standort in Satteldorf im Landkreis Schwäbisch Hall sind 140 Mitarbeiter beschäftigt. Verkehrsgünstig gelegen an den beiden Autobahnen A6 und A7 bedient Geis von der Gemeinde mit rund 5.300 Einwohnern aus Kunden zwischen Heilbronn im Westen und Ansbach im Osten sowie von Rothenburg im Norden bis Aalen im Süden. Steffen Jaugstetter ist der Nieder-lassungsleiter in Satteldorf. Er spürt den Fachkräftemangel bei den Fahrern und im gewerblichen Bereich. „Es wird immer dünner, obwohl wir uns noch aufgestellt sehen“, sagt er. Die größte Herausforderung ist für den Niederlassungsleiter die Logistik 4.0.

Steffen Jaugstetter hat ab 2008 zusammen mit Henry Portisch die Niederlassung Satteldorf aufgebaut. Seitdem hat sich viel getan: Schlugen in den Anfangsjahren 40 Mitarbeiter rund 400 Sendungen am Tag um, sind es heute täglich 1.600 Sendungen. Vor drei Jahren zog das Unternehmen in ein neues Speditionsterminal direkt an der Autobahn A6. Geis übernimmt umfangreiche Kontraktlogistikleistungen, die von der Lagerhaltung bis zu Qualitätsprüfungen und Montagen reichen. Aber natürlich gehören auch Transportlösungen dazu: Mit Stückguttransporten, Teil- und Komplettladungen setzt das Unternehmen die ganze Bandbreite der Distributions- und Beschaffungslogistik um – national und international. „Unsere Kunden erwarten einen ehrlichen, zuverlässigen Dienstleister mit offener Kommunikation. Und genau das bieten wir“, sagt Steffen Jaugstetter. Die Geis Gruppe mit Hauptsitz im unterfränkischen Bad Neustadt hat flächendeckende Netzwerke in Tschechien, Polen und der Slowakei für Stückgut, Paketservice und Kontraktlogistik. Hans Geis gründete 1945 das gleichnamige Fuhrunternehmen. Sein ganzes Firmenkapital bestand aus einem LKW aus Armeebeständen, den er mit geliehenem Geld erstanden hatte. Heute wird das Unternehmen in der zweiten Generation geführt und wächst kontinuierlich.

Christian Krauss, Geschäftsführer Krauss Transport und Logistik GmbH

Christian Krauss, Geschäftsführer Krauss Transport und Logistik GmbH

Krauss Transport und Logistik GmbH, Merkendorf
Vor zehn Jahren hat sich Christian Krauss mit seine gleichnamigen Unternehmen in Merkendorf (Landkreis Ansbach) selbstständig gemacht. „Ich war selbst Fahrer und habe den Schritt aus tiefer Überzeugung gemacht. Ich bin einfach eher der Macher-Typ“, erklärt der Geschäftsführer. Das Einsatzgebiet liegt in der gesamten Bundesrepublik mit Schwerpunkt in der Metropolregion Rhein-Ruhr, Österreich, Liechtenstein, Schweiz und Italien. Fast täglich ist Christian Krauss auf der Achse Österreich, Schweiz und Liechtenstein unterwegs. Das Leistungsspektrum reicht von Stückguttransporten über Sonderfahrten bis zu Spezialtransporten und Kurierfahrten. Die Kunden kommen aus Industrie, Handel, Handwerk und Landwirtschaft. „Ob groß oder breit, wir sind dafür bereit – geht nicht, gibt es nicht“, ist das Motto von Christian Krauss. Zehn Fahrzeuge sind für das Unternehmen im Einsatz. Mit Tiefladern können selbst komplizierte Ladungen wie Baumaschinen, Industrieanlagen oder Landmaschinen für den Export transportiert werden. Als Service bietet die Krauss Transport und Logistik GmbH Unternehmen an, direkt über die Homepage Frachtanfragen zu stellen. Ein Problem, das den Geschäftsführer aber umtreibt: „Ich habe viel mehr Lastwagen als Mitarbeiter.“ Den eigentlichen Bedarf zu decken, ist schwer, beschreibt Christian Krauss. Über die Homepage sucht er händeringend nach LKW-Fahrern. Ein weiteres Problem für den Unternehmer: „Der Transport muss billig sein“, so Krauss. „Mit Mitbewerbern beispielsweise aus Osteuropa kann ich mich beim Preis nicht messen.“ Die Lohnkosten für einen deutschen Fahrer seien erheblich höher, als die Lohnkosten für den Mitbewerber aus Osteuropa. Das führe zu einem ungleichen Wettbewerb in der Branche, welcher auf Kosten der Fahrer ausgetragen werde, findet Christian Krauss. Hier sieht er auch die Politik in der Pflicht, um für alle Speditionen – egal, wo sie in Europa beheimatet sind – gleiche Voraussetzungen zu schaffen, um einen fairen Wettbewerb mit gleichen Bedingungen zu haben.

Thomas und Andreas Oppel, Geschäftsführer der Spedition Oppel

Thomas und Andreas Oppel, Geschäftsführer der Spedition Oppel

Spedition Oppel GmbH, Ansbach
„Es ist zunehmend zu erkennen, dass deutsche Verlader wieder mehr auf Qualität achten“, haben Thomas und Andreas Oppel, Geschäftsführer der Spedition Oppel in Ansbach-Elpersdorf, beobachtet. Dieser Trend kommt dem Unternehmen natürlich entgegen. Schließlich stehen Zuverlässigkeit, exzellente Leistungen und Zufriedenheit der Kunden an oberster Stelle. Der Transport von Komplett- und Teilladungen innerhalb Deutschlands ist das Kerngeschäft der Spedition Oppel. 65 Prozent des Fuhrparks bestehen aus Lkw-Planenzügen, die teilweise Jumbomaße haben, 35 Prozent sind Thermozüge zum Transport von Lebensmitteln, die gekühlt werden müssen. Dabei bietet Oppel seinen Auftraggebern verschiedene Leistungen, angefangen bei der Übernahme der Produkte ab Rampe, über Lagerung und Bestandsführung bis hin zur Kommissionierung und Transport. Das 7.000 Quadratmeter große Hochregallager bietet 8.000 Paletten Stellplätze. Davon sind 2.000 Stellplätze gekühlt und 4.000 beheizt. „Wir sind als Mittelständler natürlich hochflexibel und können von einer Sekunde auf die andere reagieren“, versichern die beiden Geschäftsführer. Zielgruppen sind vor allem Hersteller von  Lebensmittel- und Konsumgütern, die Automotivindustrie sowie Maschinenhersteller. Obwohl die Gruppen den Schwerpunkt bilden, halten die Geschäftsführer Ausschau nach neuen Branchen. Dabei denken Thomas und Andreas Oppel zum Beispiel an den Transport empfindlicher Güter und empfehlen ihr Unternehmen solchen Kunden, die größten Wert auf exzellente Qualität und exakte Termintreue legen. Der Betrieb ist Mitglied in den Logistik-Kooperationen Transcoop09 und LogCoop.

Oppel - FuhrparkDie Spedition Oppel  blickt auf eine jahrzehntelange Tradition zurück und feiert im kommenden Jahr ihr 90-jähriges Bestehen. 1928 gründeten Walburga und Johann Oppel  das Unternehmen und starteten seiner-zeit mit Pferdefuhrwerken. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Spedition gut. Sie hat im Moment rund 70 Mitarbeiter und wird in der vierten Generation geführt. Bei der Ansprache neuer Kunden erfolgt der erste Kontakt durch Thomas und Andreas Oppel selbst. Des Weiteren lebt die Spedition auch von ihrem guten Ruf und den Referenzen. So fährt Oppel einerseits für Direktverlader wie beispielsweise RKW (Folien), Gerstacker (Glühwein), Wiki (Lebkuchen), Mondi (Kartonagen) und Busch & Brunner (Malereibedarf), andererseits aber auch für renommierte Speditionsunternehmen wie Kraftverkehr Nagel, Schenker und Dachser.  „Diese kennen unsere Zuverlässigkeit und Sorgfalt“, wissen die Geschäftsführer. Die Lkw sind auch sporadisch in Belgien, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden unterwegs. Thomas Oppel sieht die sehr gute interne Organisationsstruktur und die selbst ausgebildeten zuverlässigen Fahrer, die sich mit der Philosophie des Unternehmens identifizieren, als wichtigste Erfolgsfaktoren. „Die Aussichten sind gut, da durch die Globalisierung insgesamt ein gigantisches Transportvolumen garantiert ist“, freuen sich Thomas und Andreas Oppel.

Mader - Geschäftsführer

Joachim Mornhinweg, Geschäftsführer Mader Gruppe

Mader Gruppe, Ansbach
Wer von intelligenter Logistik spricht, meint heute viel mehr, als Waren von A nach B zu transportieren. Erst in der Integration einzelner Systeme und Prozesse, kann Logistik ihre ganze Effizienz und Dynamik entfalten. Die Mader Gruppe mit Zentrale in Ansbach-Brodswinden bündelt diese Prozesse zu intelligenten, hocheffizienten Lösungen sowohl in der Kontrakt- und Mehrweglogistik als auch in der Transport- und Versandlogistik. Aus der Tradition des mittelständischen Unternehmens hat sich die Johann Mader GmbH seit 1873 über die Jahre zum internationalen Dienstleister und anerkannten Spezialisten der integrierten Logistik entwickelt. Heute steht Mader für kosteneffiziente und hochflexible Lösungen ebenso wie für neueste Technologien und intelligente Logistikkonzepte. Von der Reinigung der Mehrwegverpackungsbehältnisse über die Bereitstellung des Rohmaterials bis zum Versand der fertigen Ware – Mader gliedert sich als Speziallogistikdienstleister nahtlos in jede Wertschöpfungskette ein. Das Dienstleistungsangebot beschränkt sich nicht nur auf Standardprozesse, sondern passt sich speziell Kundenbedürfnissen an und bietet beispielsweise die Abwicklung eines Zolllagers. Dieses logistische Know-how wird unter anderem auf über 8.000 Quadratmetern überdachter Hallenfläche in der Firmenzentrale in Ansbach-Brodswinden sowie in zwei weiteren Logistikzentren in unmittelbarer Nähe auf insgesamt 8.600 Quadratmetern erbracht. Weitere Standorte in Deutschland (Heidelberg, Heimerdingen, Gaggenau sowie Nürnberg) und in Ungarn ermöglichen es, mit insgesamt rund 700 Mitarbeitern internationale Konzerne unterschiedlicher Branchen direkt vor Ort zu bedienen. Seit dem vergangenen Jahr hat das Unternehmen eine Kooperation mit dem Berufsbildungswerk des Bezirks Mittelfranken, die eine Ausbildung zum Fachpraktiker Lagerlogistik unter realen Lagerbedingungen ermöglicht. Neben einem Auszubildenden der Mader Gruppe nehmen fünf Auszubildende und bis zu drei Jugendliche in der Berufsvorbereitung des Berufsbildungswerks an zwei Tagen in der Berufsschule und drei Tagen in der Woche am Arbeitsalltag der Mader Gruppe teil.

Alexander mit Sabine Bauer, Spedition & Logistik Bauer GmbH

Alexander mit Sabine Bauer, Spedition & Logistik Bauer GmbH

Spedition & Logistik Bauer GmbH, Merkendorf
Das Unternehmen aus dem Landkreis Ansbach hat sich von einer Ein-Mann-Firma in über 25 Jahren zu einem leistungsstarken Logistikunternehmen in Franken mit Kooperationspartnern in ganz Europa entwickelt. Seit 2010 ist das Unternehmen mit rund 30 Mitarbeitern und einem Fuhrpark mit aktuell 15 Fahrzeugen im Merkendorfer Energiepark zu finden – bisher in angemieteten Räumen. Zwei Jahre haben die Planung und Genehmigung gedauert, doch jetzt ist fast alles fertig: Im Moment läuft für den familiengeführten Betrieb der große Umzug in ein neu errichtetes Speditions- und Logistikzentrum, in das Geschäftsführer Alexander Bauer rund eine Million Euro investierte. Auf dem 4.000 Quadratmeter großen Grundstück ist zum größten Teil eine neue Abstellfläche für LKW und Anhänger entstanden, außerdem eine 500 Quadratmeter große Lagerhalle als Umschlagplatz zum schnellen Be- und Entladen und auf 200 Quadratmetern neue Büroflächen. Platz genug, um die Kapazitäten auch in Zukunft zu erweitern. Die Übernahme der alteingesessenen Spedition Johann Kraft in Gunzenhausen (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) und der Einstieg von Sohn Kai ins Unternehmen, bot Alexander Bauer die perfekte Grundlage für diesen „mutigen Schritt“. Das Familienunternehmen bietet Transport- und Logistik-dienstleistungen Industrie, Handel und Handwerk: vom Paket bis zur Palette und von Ansbach bis nach Afrika. Für die Branchen regenerative Energien und Automobilindustrie ist der Betrieb die Fachspedition. Vor zwei Jahren wurde die Spedition Johann Kraft übernommen. Bis zu seiner Pensionierung führte Johann Kraft das Unternehmen in dritter Generation. „Uns war die Eigenständigkeit unseres regionalen Partners wichtig“, sagt Alexander Bauer. „Deswegen folgten wir dem Wunsch des Firmeninhabers, der Wert auf das Weiterbestehen seines Unternehmens unter erfahrener Leitung legte.“ Für Kunden und Angestellte der traditionsreichen Spedition hat sich nichts geändert: Kraft wird als eigenständiges Unternehmen mit ursprünglichem Namen und gewohnt zuverlässigem Logistikservice in Gunzenhausen weitergeführt, die Geschäftsführung ist bei der Bauer Gruppe angesiedelt. Zunehmend spürbar wird für Alexander Bauer der Fachkräftemangel – Berufsfahrer werden immer mehr zur Mangelware. „Umso mehr freut es mich, dass wir in unserem Unternehmen mittlerweile ein zuverlässiges und gutes Team beschäftigen können.“

Platooning-Kooperation: Ähnlich wie in dieser Darstellung werden DB Schenker und MAN ab 2018 elektronisch gekoppelte Lkw auf der A 9 zwischen München und Nürnberg testen.

Platooning-Kooperation: Ähnlich wie in dieser Darstellung werden DB Schenker und MAN ab 2018 elektronisch gekoppelte Lkw auf der A 9 zwischen München und Nürnberg testen.

Platooning – LKW-Transport der Zukunft
Hightech-Trucks auf der Autobahn: Mit DB Schenker und MAN arbeiten erstmals ein Logistikkonzern und ein Fahrzeughersteller gemeinsam an der Entwicklung vernetzter Lkw-Kolonnen. Einen entsprechenden Kooperationsvertrag haben beide Unternehmen unterzeichnet. Erstmals werden Lkw-Kolonnen im Regelbetrieb von DB Schenker über mehrere Monate im Straßenverkehr getestet. Dabei kommen keine Testfahrer zum Einsatz, sondern Berufskraftfahrer von DB Schenker. Die Testphase beginnt im kommenden Frühjahr auf der Autobahn A9 zwischen den Niederlassungen München und Nürnberg. Die Platoons bilden jeweils zwei Lastkraftwagen. Zu Beginn fahren die Lkw noch ohne Ladung, um die Bedingungen im Alltagsverkehr zu testen und die beteiligten Fahrer zu schulen. Es folgen wöchentliche und anschließend tägliche Testfahrten. Sie werden im Laufe des Jahres 2018 zu Linienfahrten mit realen Ladungen ausgebaut. „Vernetztes und autonomes Fahren wird den Transport der Zukunft revolutionieren. Platooning liefert uns und unseren Kunden eine Antwort auf die Forderung nach durchweg transparenten, schnelleren und zugleich umweltfreundlicheren Abläufen“, so Ewald Kaiser, Chief Operating Officer Freight bei DB Schenker.

Es geht den Projektpartnern auch darum, wie bei den Fahrern die neue Technologie ankommt. Außer-dem betrachten beide Unternehmen das Projekt als Plattform, um gemeinsam weitere Schritte zum autonomen Fahren anzustoßen. Mindestens zwei Lkw fahren beim Platooning auf der Autobahn, mit technischen Fahrassistenz- und Steuersystemen ausgestattet, in geringem Abstand hintereinander her. Die Fahrzeuge sind durch eine sogenannte elektronische Deichsel mittels einer Car-to-Car-Kommunikation miteinander verbunden. Das vordere Fahrzeug gibt Geschwindigkeit und Richtung vor. Ziel ist es, durch Windschattenfahren Kraftstoff von bis zu zehn Prozent für den gesamten Platoon einzusparen. Und: Weniger Kraftstoff bedeutet weniger Ausstoß von CO2. Die Schenker Deutschland AG mit Sitz in Frankfurt am Main ist mit 15.700 Mitarbeitern an mehr als 100 Standorten und einem Umsatz von etwa 3,7 Milliarden Euro im Jahr führender Anbieter für integrierte Logistik im deutschen Markt. Durch die Nähe zu den Ost-West und Nord-Süd verlaufenden Verkehrsachsen Autobahnen A6 und A7 bietet der baden-württembergische Standort in Crailsheim Kunden aus der Region einen schnellen Anschluss an die wichtigsten europäischen Wirtschaftszentren. Insgesamt erwirtschaftete DB Schenker im Geschäftsjahr 2016 mit 68.400 Mitarbeitern an 2.000 Standorten in über 140 Ländern weltweit einen Gesamtumsatz von rund 15 Milliarden Euro.