Die TVU-Gruppe in Leutershausen: Nachhaltig aus Tradition. Die TVU-Gruppe aus Leutershausen in der Nähe von Ansbach ist einer der größten Garnveredler und -händler in Europa. Rund 150 Mitarbeiter – davon sind zwölf Prozent Auszubildende – erwirtschaften einen Jahresumsatz von etwa 47 Millionen Euro. Die TVU Textilveredlungsunion färbt durchschnittlich 4.500 Tonnen Garn im Jahr. Durch verschiedene Verfahren und Sonderausrüstungen macht der Betrieb aus einfachem Garn etwas ganz Besonderes.

Die TVU-Geschäftsführer Hans, Gerhard und Christian Hausner (v.l.)

Die TVU-Geschäftsführer Hans, Gerhard und Christian Hausner (v.l.)

„Durch die Bündelung der Kompetenzen im Garnhandel und in der Garnveredlung liegt beinahe jede Stufe des Wertschöpfungsprozesses in unserer Hand“, stellt Gerhard Hausner, Geschäftsführer und Eigentümer, fest. „Unsere Kunden verarbeiten das Garn in vielfältiger Weise, ob in Heim- und Haustextilien, Möbelstoff, in medizinischen Artikeln, Bekleidung oder als technische Textilien.“ Die TVU-Gruppe handelt jährlich mit rund 8.800 Tonnen Garn – rohweiß oder gefärbt. Das Unternehmen bewegt sich auf selbstständig erschlossenen Beschaffungsmärkten und arbeitet mit Herstellern und Spinnereien seit vielen Jahren in enger Kooperation. Ascentex Exim LLP in Singapur ist ein selbstständig agierendes Schwesterunternehmen, das als Händler hauptsächlich den südamerikanischen Markt bedient. „Wir profitieren durch Netzwerkarbeit und positive Synergieeffekte im Bereich Sourcing in Asien“, so Geschäftsführer Hans Hausner. „Wir sind in einem ständigen Prozess, unsere Qualität, unseren Top-Service und unsere Zuverlässigkeit weiter zu verbessern. Wir möchten, dass unsere Kunden nicht nur zufrieden, sondern Fans von uns sind.“

TVU: Keine Schönfärberei
Nachhaltigkeit ist heute ein Begriff, mit dem die meisten Menschen etwas Positives verbinden. Ebenso möchten viele Konsumenten nachhaltig, sozialverantwortlich und fair erzeugte Produkte kaufen. Der von internationalen Warenströmen geprägte Handel und eine Vielzahl von Organisationen, die Labels herausgeben werben mit Begriffen wie „nachhaltig“ und „fair“. Mitunter sind die Standards und Kriterien dieser Labels aber undurchsichtig, schwer überprüfbar und leider auch manchmal nur Schönfärberei. Die TVU sieht sich schon immer den Menschen und der Umwelt verpflichtet und übertrifft die Mindestanforderungen selbst der etablierten Zertifizierungen und der gesetzlichen Vorschriften seit Jahrzenten. „Wir haben bereits in den 1980er Jahren, als Rohstoffe und Energie noch günstig waren, den Gedanken verfolgt, ressourceneffizient und sparsam zu wirtschaften“, sagt Gerhard Hausner. „Mit Weitblick auf ökologisch sinnvolle Maßnahmen bevorzugen wir auch heute längerfristig positiv wirkende Lösungen. Wir wollen uns mit Labels nicht einfach nur sauber waschen. Wir leben Werte.“ Die Garnfärbung ermöglicht die Herstellung von widerstandsfähigeren Textilien. Garngefärbte Tischwäsche zum Beispiel hält im Vergleich zu stückgefärbter deutlich mehr Waschzyklen stand, was letztendlich zu einer längeren Lebensdauer der Textilien führt.

Die TVU in Leutershausen aus der Luft betrachtet

Die TVU in Leutershausen aus der Luft betrachtet

Seit Anfang des Jahres bekommen Kunden des Unternehmens den jahresdurchschnittlichen, spezifischen Wasser- und CO2-Footprint pro Kilogramm veredeltes Garn auf der Rechnung mitgeteilt. So kann jeder Kunde über die Zeit nachvollziehen, wo die TVU diesbezüglich steht und wohin sich der Betrieb entwickelt. Sowohl für Kunden als auch Behörden sind die entsprechenden Daten jederzeit einsehbar. Absolut beispielhaft ist das Energiekonzept, das saubere Energie selbst erzeugt und diese durch moderne Technik rückgewinnt und erneut einsetzt. Im eigenen Biomasseheizwerk werden 60 Prozent der Wärme nach dem Färben zurückgewonnen, 13 Prozent des Strombedarfs werden durch Photovoltaikanlagen gedeckt und die CO2-Reduktion liegt bei über 90 Prozent.

Mehr als nur das Soll
Sparen ist wirtschaftlich und umweltschonend. Und weil das Unternehmen sparsam mit Farbstoffen, Chemikalien und allen anderen Rohstoffen umgeht, sind Abfall und Abwasser auf das Notwendigste begrenzt. Es wird ausschließlich Brauchwasser verwendet, optimierte Verfahren führen zu 35 Prozent weniger Wasserverbrauch und die eigene Abwasserentfärbung wird vor der örtlichen Kläranlage noch mit Teilstrom behandelt.

„In Leutershausen unterstützen wir unsere Mitarbeiter über das gesetzlich und tariflich verpflichtende Maß hinaus, gewähren zum Beispiel Zuschüsse für Kindergartenkosten und investieren in gesundheitliche Präventionsmaßnahmen“, erklärt Gerhard Hausner. „Unsere Lieferanten messen wir an unseren Ansprüchen und überprüfen die Einhaltung sozialer Standards persönlich vor Ort. Bei uns zählt der Mensch. Wer bei uns ist, spürt die konstruktive Atmosphäre einer flachen Hierarchie. Wir lieben unsere Arbeit. Das Miteinander macht uns stark.“ Die Ursprünge des Unternehmens gehen bis in das Jahr 1922 zurück. Damals färbten noch die (Ur-)Großeltern der heutigen Eigentümer in einfachen Trögen im Sudetenland, im heutigen Tschechien. Seit 1974 firmiert die TVU-Gruppe unter ihrem heutigen Namen. Vertriebsbüros sind in Tschechien, Ungarn und Slowenien.

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