Das Homeoffice wird noch oft unterschätzt – es gilt Wichtige Regeln zu beachten. Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, stellt heutzutage einen wichtigen Wettbewerbsvorteil von Arbeitgebern dar – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels. Neben der langfristigen Mitarbeiterbindung kann auch eine Steigerung der Produktivität erzielt werden. In der unternehmerischen Praxis hat sich der Einsatz von Telearbeit oder auch Homeoffice als effektiver Lösungsansatz bereits bewährt. Das Business Lounge Magazin gibt einige Tipps.

Für die meisten Beschäftigten ist das Arbeiten im Home-Office eine wichtige Erleichterung, um Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Das ist eines der Kernergebnisse einer Expertise des Bundesfamilien-ministeriums zu Angebot und Nachfrage mobiler Arbeitsformen. Fast jedes zweite Unternehmen (40 Prozent) bietet heute Homeofficemodelle an. Für fast alle Eltern (93 Prozent), die entsprechende Angebote nutzen, erleichtert dies die Vereinbarkeit von Familie und Beruf substantiell. Dabei spielt die Zeitersparnis eine zentrale Rolle: Sie beträgt im Durchschnitt 4,4 Stunden pro Woche, bei fast jedem sechsten Beschäftigten sogar zehn Wochenstunden und mehr. Diese Zeit nutzen vier von fünf Beschäftigten für Familie und Kinder. Das mobile Arbeiten fördert auch die Partnerschaft. Knapp ein Drittel aller befragten Beschäftigten nutzen die freigewordene Zeit zur Entlastung der berufstätigen Partnerin bzw. des berufstätigen Partners. Der Arbeitgeber kann im Gegenzug Büroflächen verringern. Doch noch bremst eine ausgeprägte Präsenzkultur das Home-office aus. Über die Hälfte der Beschäftigten, die bisher nicht im Homeoffice arbeiten (54 Prozent), geben an, dass sie dies deswegen nicht tun, weil es in ihrem Betrieb nicht üblich ist.

Technisch scheint das Homeoffice schnell eingerichtet: Eine gute Internetverbindung, ein Telefon und ein Schreibtisch – fertig. Um das Homeoffice für alle Beteiligten erfolgreich einzuführen, sollten im Vorfeld einige Dinge beachtet werden:

  • Mitarbeiter, die sich zuhause leicht ablenken lassen oder dort ein lautes Umfeld haben, sind eher nicht für das Homeoffice geeignet. In der Verantwortung gegenüber den Kollegen sollten die Aufgaben auch zuhause im zeitlichen Rahmen erfüllt werden. In jedem Fall sollten mit dem Homeoffice-Mitarbeiter eindeutige Zielvorgaben formuliert werden, damit die Leistung für alle Beteiligten messbar wird. Geeignete Software hilft bei der Erfassung der Arbeitszeit.
  • Es sollte schriftlich fixiert werden, wer für die Anschaffung und Instandsetzung der Arbeitsgeräte wie Laptop, PC, Smartphone und Handy verantwortlich ist und die Kosten für den Internetzugang trägt. Außerdem muss die technische Voraussetzung einen sicheren Datenaustausch gewährleisten.
  • Die Datensicherheit spielt eine große Rolle. Firmenunterlagen dürfen im Homeoffice nicht herumliegen, so dass Fremde sie lesen können. Ebenso sollte die Frage geklärt werden, ob Geräte auch privat genutzt werden dürfen. Eine genaue vertragliche Regelung liegt im Interesse des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers. So können die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben deutlich gekennzeichnet werden.
  • Die Terminabstimmung ist eine große Herausforderung. Regelmäßige Meetings helfen, sich zu aktuellen Projekten auszutauschen sowie Schwierigkeiten und Probleme frühzeitig zu thematisieren. Sie helfen auch, dass der Homeofficekollege nicht vergessen wird.
  • Transparenz schaffen – woran arbeitet der Homeoffice-Kollege gerade und mit welchen Aufgaben ist er gerade betraut. Auch feste Arbeitszeiten für das Homeoffice sollten festgehalten werden, sowie die Zeit wann der Heimarbeiter für den Vorgesetzten, die Kollegen oder den Kunden erreichbar ist.
  • Mitarbeitern im Homeoffice stehen selbstverständlich auch die Einhaltung von Wochenenden, Urlaub sowie Krankschreibungen zu. Dies sollte für alle Beteiligten erfasst, verwaltet und nachvollziehbar dokumentiert werden.
  • Das Homeoffice funktioniert auch als Mischform – beispielsweise zwei Tage zuhause und drei im Unternehmen. Eine solche Form des mobilen Arbeitens erhöht die Attraktivität als Arbeitgeber und wird zu einem strategischen Vorteil.