… und weg damit: Entsorgungs- und Recyclingunternehmen in der Region*. Ein Kaffee aus dem Pappbecher auf dem Weg zur Arbeit, ein verpacktes belegtes Brötchen dazu: Alltag für viele Menschen in Deutschland. Pro Jahr sorgt jeder Bundesbürger im Durchschnitt für rund 620 Kilogramm Müll pro Jahr. Darunter sind wiederverwertbare Stoffe wie Glas, Papier oder Plastik. Aber auch Sondermüll und Elektroschrott. Dazu kommen der Müll aus Gewerbe und Industrie. In der Region haben sich unterschiedliche Unternehmen auf die Entsorgung und das Recycling von Abfällen spezialisiert.

Grundsätzlich gilt das Kreislaufwirtschaftsgesetz und dem untergeordnet der „Leitfaden zu Anforderungen an die Verwertung von Recyclingbaustoffen/Bauschutt in technischen Bauwerken“. Allgemein gilt: Abfälle sind in erster Linie zu vermeiden; fallen welche an, gibt es eine fünfstufige Abfallhierarchie. Es ist vorgeschrieben, dass Abfälle zu trennen und zu behandeln sind. Hier treten die Recyclingunternehmen als Dienstleister auf und unterstützen Firmen und Privatleute bei der richtigen Entsorgung.  „Das ist eine sehr wichtige Branche“, sagt Thomas Merkel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung des Landkreises Ansbach. „In einer Wertschöpfungskette spielt die Entsorgung eine maßgebliche Rolle.“ Und da es auch ein Kostenfaktor für die Unternehmen ist, versuchen sie so wenig Müll wie möglich zu verursachen und Wertstoffe zu recyceln – auch direkt vor Ort selbst, erklärt der Wirtschaftsförderer. „Zum Beispiel wird Kunststoff in vielen Betrieben wieder eingeschmolzen und neu aufbereitet“, so Thomas Merkel.

Fred Tremel, Geschäftsführer der Tremel Entsorgungs- und Transport GmbH

Fred Tremel, Geschäftsführer der Tremel Entsorgungs- und Transport GmbH

Tremel Entsorgungs- und Transport GmbH, Bechhofen
Fred Tremel gründete sein Unternehmen im Jahr 1989 in Bechhofen (Landkreis Ansbach). Das Unternehmen mit 35 Mitarbeitern entsorgt und verwertet unter anderem Gewerbemüll, Folien, Kunststoffe, Grünabfälle, Altfenster, Batterien, Papier, Leuchtstoffröhren und Bauschutt von Kommunen, Betrieben und Privathaushalten. Außerdem entrümpelt und entkernt das Unternehmen Häuser. „Wir bieten die komplette Entsorgung an – die einzige Ausnahme sind Flüssigkeiten“, sagt Fred Tremel. „Wir verbrennen nicht nur, sondern uns ist es wichtig, wirklich zu recyceln. Ich bezeichne mich als Sammler.“ So entstehen aus naturbelassenen Hölzern beispielsweise Hackschnitzel, aus den Abfällen der Biotonne Humus. Fred Tremel ist Gesellschafter der T+E Humuswerk GmbH in Bechhofen. „Was in der Biotonne landet, ist kein Müll“, sagt Geschäftsführer Manfred Schmidt, „es ist ein Wertstoff.“ Kleinste Mikroben zersetzen den Inhalt aus der Biotonne – wie Speisereste, Grünabfälle, Grasschnitt oder Laub. Zehn bis zwölf Wochen dauert der Prozess, an dessen Ende wertvolle Komposte, Pflanzsubstrate und Rindenmulche stehen. Altmühl-Kompost nennt das Unternehmen sein Produkt. „Öko-Landwirte sind mittlerweile unsere größten Abnehmer, danach kommen Baumärkte, Garten- und Landschaftsbauer sowie Privatkunden“, erklärt Manfred Schmidt. Und Fred Tremel ergänzt: „Die Biobauern in der Region profitieren von uns – und das ganz ohne weite Wege.“ Außerdem stellt die T+E Humuswerk GmbH Holzhackschnitzel her; dieses Unternehmen beschäftigt rund 25 Mitarbeiter.

Das Schotterwerk der Schneider und Sohn GmbH und Co. KG

Das Schotterwerk der Schneider und Sohn GmbH und Co. KG

Schneider und Sohn GmbH und Co. KG, Blaufelden
Die Firma hat ihren Hauptsitz in Gammesfeld, einem Ortsteil der baden-württembergischen Gemeinde Blaufelden. Die Verwaltung des Unternehmens sitzt in Rot am See im Landkreis Schwäbisch-Hall, eine Zweigstelle ist in Leutershausen im Landkreis Ansbach. Hier hat sich das Unternehmen vor allem auf den Abbruch von Gebäuden spezialisiert – egal ob Scheune, Wohnhaus oder Industriegebäude. Das entsprechende Entsorgungs- und Rückbaukonzept erstellt der Betrieb mit zehn Mitarbeitern für seine Kunden. Vor Ort entscheiden die Spezialisten dann, was hochwertige Recycling-Baustoffe sind, damit nur das Nötigste an die Entsorgungsstellen geht. Rainer Geppert ist der Betriebsleiter in Leutershausen, er erklärt: „Unser Steckenpferd sind mineralische Abfälle.“ So entstehen beispielsweise aus dem groben Gleisschotter der Deutschen Bahn Splitt für den Pflasterbau. „Damit wird aus einem Abfallprodukt ein hochwertiges Produkt“, sagt der Betriebsleiter. Der Splitt hat eine hohe Druckfestigkeit und Dichte; die Abnehmer kommen aus dem gewerblichen, kommunalen und privaten Bereich. Der ursprüngliche Stein müsste sonst aus dem Bayerischen Wald oder Fichtelgebirge in die Region transportiert werden, so Rainer Geppert. Außerdem bietet das Unternehmen einen Containerdienst. Das Entsorgungszentrum in Leutershausen-Wiedersbach wickelt sämtliche Aufträge rund um das Sammeln, Transportieren, Lagern, Entsorgen oder Wiederverwerten der unterschiedlichsten Problem- und Schadstoffe aus Privathaushalten, Gewerbebetrieben und Kommunen ab und bietet auch die fachgerechte Beratung. Gottlieb Schneider gründete das Unternehmen 1929, fünf Jahre später entstand das erste Schotterwerk. Außerdem bietet das Unternehmen Erdbauarbeiten an – von der grünen Wiese bis zur Vollendung. Das ausgehobene Erdreich entsorgt das Unternehmen auf seinen Deponien oder lagert es zwischen.

Erich Kallweit, Vertriebsleiter der Rudolf Ernst GmbH & Co. KG

Erich Kallweit, Vertriebsleiter der Rudolf Ernst GmbH & Co. KG

Rudolf Ernst GmbH & Co. KG, Gunzenhausen
Erich Kallweit ist Vertriebsleiter der Städtereinigung Rudolf Ernst GmbH & Co. KG, die in der dritten Generation als Familienunternehmen geführt wird. Er bezeichnet den Betrieb mit rund 300 Mitarbeitern als „Vollanbieter“ im Bereich Entsorgung, Recycling und Reinigung. „Etwas scherzhaft sage ich immer, außer Atommüll und Sprengstoff entsorgen wir alles“, erklärt Kallweit. Das Unternehmen leert in den unterschiedlichsten Kommunen Papier-, Hausmüll- und Biotonnen und holt die gelben Säcke ab. Auch in der Stadt Nürnberg kümmert sich der Betrieb seit 30 Jahren um die gelben Säcke und Papiertonnen. An insgesamt sieben Standorten verwertet und lagert das Unternehmen Müll; der Hauptsitz des Familienbetriebs ist in Aha bei Gunzenhausen (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen). In der Wertstoffsortieranlage in Markt Berolzheim schlägt der Betrieb pro Monat rund 4.500 Tonnen verschiedenster Stoffe um, darunter Papier, Folien, Reifen oder Stoßstangen. Die Stoffe werden vor Ort gesammelt und weiterverarbeitet. In der eigenen Werkstatt kümmern sich die Mitarbeiter um den Fahrzeugpark. Im gewerblichen Bereich bietet die Firma von der Schrottdemontage über Maschinenabbrüche bis zu Gefahrguttransporten an. Außerdem spült das Unternehmen im Auftrag von Kommunen, Städten und Gemeinden die Kanalsysteme mit Hochdruckspülfahrzeugen und reinigt mit Kehrmaschinen die Straßen. In der Klärschlammzentrifuge entwässert die Firma Schlämme aus Kläranlagen von Städten und Gemeinden. Die Anfänge des Familienbetriebs Rudolf Ernst GmbH & Co. KG gehen auf Leonhard Ernst zurück, der bereits Ende der 1940er Jahre auf freiwilliger Basis eine regelmäßige Müllabfuhr in Gunzenhausen einführte – damals noch mit der Pferdekutsche. Sohn Rudolf Ernst baute das mittelfränkische Unternehmen dann ab 1954 kontinuierlich auf, Rudolf jun. und Jürgen Ernst sind heute die beiden Geschäftsführer.

Sabine Edelhäuser, Edelhäuser Wertstoffe GmbH

Sabine Edelhäuser, Edelhäuser Wertstoffe GmbH

Edelhäuser Wertstoffe GmbH, Rothenburg
Das Unternehmen mit 50 Mitarbeitern ist in den Bereichen Transport, Recycling, Entsorgung und Ersatzbrennstoffe tätig. In Ansbach zählt der Betrieb zehn Beschäftigte. In Rothenburg und einigen Gemeinden sammelt Edelhäuser die gelben Säcke ein und eine Maschine sortiert geeignete Kunststoffe aus. Der Rothenburger Betrieb bietet nach eigenen Angaben als einziges Unternehmen in der Region Ersatzbrennstoffe für Zementwerke an. Dazu werden Papiere und gemischte Kunststoffe wie beispielsweise Verpackungen von Salami oder Gummibärchentüten zerkleinert. In Neustadt/Aisch bringen die Bewohner selbst ihren Plastikmüll zur Sammelstelle und werfen Milchtüte, Joghurtbecher und Co. in den passenden Behälter. „Hier ist die Qualität der Kunststoffe sehr gut“, erklärt Sabine Edelhäuser, Assistentin der Geschäftsleitung. Das Unternehmen bietet Kommunen, Landkreisen, Industrie, Handel und Handwerk maßgeschneiderte Lösungen zur umweltgerechten Entsorgung über Container. In den Landkreisen Ansbach, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Kitzingen, Würzburg, Ulm, Heilbronn und Regensburg holt die Firma Edelhäuser Papier ab oder nimmt es an und vernichtet Akten. Der Wertstoff geht dann gepresst an Papierfabriken im In- und Ausland. Babette Edelhäuser gründete das Unternehmen im Jahr 1900 als Rohproduktegroßhandel und sammelte Knochen, Lumpen, Papier und Schrott. „Eine Frau als Gründerin war eine Sensation zur damaligen Zeit“, erzählt Sabine Edelhäuser. 1975 kam mit Sieglinde Edelhäuser wieder eine Frau ans Ruder, Sohn Oliver ist heute Geschäftsführer.

... Geschäftsführer Oliver Edelhäuser, Edelhäuser Wertstoffe GmbH sowie Vogel und Sohn GmbH & Co. KG, Ansbach

… Geschäftsführer Oliver Edelhäuser, Edelhäuser Wertstoffe GmbH sowie Vogel und Sohn GmbH & Co. KG, Ansbach

Vogel und Sohn GmbH & Co. KG, Ansbach
Das Unternehmen im Industriegebiet Ansbach-Brodswinden gehört zur Edelhäuser Wertstoffe GmbH in Rothenburg. Der Betrieb kauft Schrott und Nichteisenmetalle aller Art. Vom Elektromotor bis zum Gussteil, von Aluminium bis Zink. Außerdem stellt Vogel & Sohn Privatkunden und Firmen Behälter und Container in verschiedenen Größen auf, um darin Schrott und Metall zu entsorgen. Das Unternehmen fertigt für den Gießereibedarf Presslinge nach Kundenwunsch. Durch die Verarbeitung von unterschiedlichsten Spänen zu Presslingen bleiben die Sekundärrohstoffe im Wirtschaftskreislauf und werden ressourcenschonend wiederverwertet.

Lothar Ziegler, Geschäftsführer Herz Entsorgung und Logistik GmbH

Lothar Ziegler, Geschäftsführer Herz Entsorgung und Logistik GmbH

Herz Entsorgung und Logistik GmbH, Feuchtwangen
1949 gegründet als Transportunternehmen in Wehlmäusel/Lotterhof, behauptet sich Herz seit fast 70 Jahren erfolgreich auf dem Markt. Mit Holzgas-LKW vertrieb das Unternehmen in der Anfangszeit Sand aus eigenen Gruben. 1963 zog der Familienbetrieb nach Feuchtwangen; 20 Jahre später kamen die Bereiche Entsorgung und Recycling dazu. Zusammen mit der Herz Transporte-Erdbau GmbH hat das Unternehmen rund 170 Mitarbeiter. Im Auftrag des Dualen Systems Deutschland und des Landkreises Ansbach ist Herz verantwortlich für Abfuhr und Aufbereitung von Altglas: Rund 400 Wertstoffinseln sind quer über den Landkreis verteilt. Die Müllberge wachsen auch in Privathaushalten immer mehr. „Darüber hinaus entsorgen wir Gewerbemüll und beraten die Unternehmen bei fachlichen Fragen zur Entsorgung“, so Geschäftsführer Lothar Ziegler. „Der Unterschied liegt in der Ausschreibung. Bei öffentlichen Ausschreibungen geht es nur um den Preis und da gibt es auch kein Nachverhandeln. Der Konkurrenzkampf ist entsprechend groß.“ Außerdem bietet Herz den klassischen Containerdienst. Für maschinelles Reinigen von Straßen und Wegen, Plätzen und Parkhäusern hat der Betrieb verschiedene Kehrmaschinen. Im Wertstoff-Zentrum werden die unterschiedlichsten Materialen wie Altfenster, Bauschutt, Sperrmüll oder Schrott gesammelt, entsorgt und wiederverwertet. Das Familienunternehmen blickt zudem auf eine jahrzehntelange Tradition im Erdbau zurück. Und die Herz Transporte-Erdbau GmbH liefert jede Art von Schüttgütern auf Baustellen – unter anderem Spielplatzsand, Edelsplitt oder gesiebten Humus. Beim Thema Abbruch bietet das Unternehmen das komplette Programm von der Sperrmüll-Entsorgung über den eigentlichen Abbruch bis zum Recycling des Materials. „So entstehen Recyclingstoffe ganz unterschiedlicher Qualitäten“, so Lothar Ziegler weiter. „Sie können wiederverwendet werden, beispielsweise in Frostschutz- und Schottertragschichten.“

Manfred SchmidtTEAtherm GmbH, Dinkelsbühl
25 Städte und Gemeinden wollten mit der Klärschlammverwertungsanlage in Dinkelsbühl Geschichte schreiben, doch die endete im Jahr 2012 mit der Insolvenz. Fünf Gesellschafter übernahmen das ehrgeizige Projekt, die TEAtherm GmbH: Dahinter stecken Fred Tremel, Manfred Schmidt, die Städtereinigung Rudolf Ernst GmbH & Co. KG, Natura GmbH & Co. KG und Scherzer Gemüse GmbH. Die TEAtherm GmbH betreibt im Industriegebiet Waldeck in Dinkelsbühl das Biomasseheizkraftwerk und die Klärschlammtrocknungsanlage weiter. Im Heizkraftwerk werden Brennstoffe ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet, rund 100.000 Tonnen pro Jahr. Daraus wird in erster Linie Strom erzeugt. Manfred Schmidt rechnet vor, dass damit rund 60.000 Menschen mit Energie versorgt werden. Die dabei entstehende Wärme trocknet angelieferte kommunale Klärschlämme, einen weiteren bedeutenden Anteil speist die Anlage in ein Nahwärmenetz ein und dient unter anderem der benachbarten Gewächshausanlage zur CO2-neutralen Wärmeversorgung. Zudem wird Wärme der Klärschlammverwertungsanlage in das Netz der Stadtwerke Dinkelsbühl eingespeist und versorgt auch umliegende Betriebe. Die getrockneten Klärschlämme gehen als Brennstoffe an Zementwerke. „Alles, was bei uns reingeht, wird auch wiederverwertet“, stellt Manfred Schmidt abschließend fest.

Das TEAtherm Kraftwerk in Dinkelsbühl

Das TEAtherm Kraftwerk in Dinkelsbühl

* Dies ist eine Auswahl an Firmen, die dem Business Lounge Magazin von Unternehmern der Region genannt und empfohlen wurden. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit!