Mit innovativen Beschichtungen hat uvex im Arbeitsschutz und Sport Maßstäbe gesetzt – Das Familienunternehmen aus Fürth begeht 90-Jähriges Jubiläum. Vom kleinen Handwerksbetrieb zum international agierenden Unternehmen: uvex zählt heute zu den großen internationalen Marken aus Deutschland und hat erfolgreich deutsche Industriegeschichte mitgeschrieben. Zum 90. Jubiläum gratulierten nicht nur langjährige Freunde aus Politik und Wirtschaft, sondern auch deutsche Spitzensportler wie Felix Neureuther, Natalie Geisenberger oder Severin Freund, die bei ihren internationalen Wettkämpfen auf die neuesten Technologien und Produktinnovationen aus dem Hause uvex vertrauen.

uvex-Schutzbrille von 1948 bereits in Kunststoff

uvex-Schutzbrille von 1948 bereits in Kunststoff

Die Erfolgsgeschichte von uvex beginnt 1926 in einem kleinen Handwerksbetrieb im Fürther Vorort Poppenreuth. Hier entwickelt Firmengründer Philipp M. Winter in aufwändiger Handarbeit die ersten Schutzbrillen. Schon bald sind seine Produkte nicht nur bei Arbeitern und Handwerkern gefragt: Bei den Olympischen Winterspielen 1936 stattet Philipp M. Winter erstmals verschiedene Sportler mit Schutzbrillen aus. 1938 erklimmen deutsche Bergsteiger den Nanga Parbat mit Gletscherbrillen aus Fürth. 1956 markiert die Geburtsstunde der Marke uvex. Nach einem Aufenthalt in den USA entwickelt Rainer Winter, Sohn von Philipp M. Winter, den Markennamen als Kurzform aus dem Qualitätsmerkmal „ultra violet excluded“ – also UV-Schutz. Rainer Winter hatte erkannt, dass ein erfolgreiches Produkt eine prägnante Marke und Markenführung benötigt und treibt in der Folgezeit die Internationalisierung und Diversifikation des Unternehmens weiter voran.

Die sportlichen Erfolge alpiner Skifahrer, die in den 1970er und 1980er Jahren mit uvex Brillen von Sieg zu Sieg fahren, steigern die Markenbekanntheit und das internationale Ansehen. Das Familienunternehmen expandiert und verkauft seine Produkte inzwischen in weiten Teilen der Welt. Neben dem Sport bleibt der Arbeitsschutz die zentrale Säule des Unternehmenserfolgs. Darin entwickelt sich uvex vom Spezialisten für Schutzbrillen zum Markensystemanbieter für Schutzausrüstung von Kopf bis Fuß. Michael Winter übernimmt ab 1999 stufenweise die Verantwortung für die uvex group in der dritten Generation als geschäftsführender Gesellschafter. Damals mit einer Umsatzgrößenordnung von 180 Millionen Euro und 1.500 Mitarbeitern. Heute beschäftigt das Mehrmarkenunternehmen rund 2.300 Mitarbeiter in 48 Niederlassungen in 22 Ländern und erwirtschaftet einen Gesamtumsatz von 399 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2015/16. Die Weichen für eine langfristige Unternehmensnachfolge durch die vierte Generation sind bereits gestellt.

Innovationsführer aus Mittelfranken
Die Unternehmensgeschichte der uvex group ist geprägt von innovativen Eigenentwicklungen. Angefangen bei den ersten Schutz- und Skibrillen in den 1930er Jahren über die erste Antifog-Skibrille 1964 (uvex champion) bis hin zur Entwicklung der leichtesten Arbeitsschutzbrille der Welt 2006 (uvex super g, 18,7 Gramm) hat das Fürther Familienunternehmen seine Innovationsfähigkeit immer wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Aktuelle Lösungen wie die revolutionäre variotronic®-Technologie für Ski- und Radbrillen oder das neu entwickelte i-gonomics Arbeitsschutz-System, das klassische Sicherheitsfeatures mit ergonomischen Produkteigenschaften verbindet, unterstreichen den Anspruch als einer der Innovationsführer im Markt für Sport und Arbeitsschutz. Trotz internationaler Ausrichtung ist die uvex group dem Standort Deutschland treu geblieben. Neben dem Stammsitz in Fürth liegt der Fokus auch 90 Jahre nach Firmengründung mehrheitlich auf Fertigungsstätten in Deutschland und Europa.

Pionier der Marke uvex
Der Eintritt von Rainer Winter vor 60 Jahren in die ‚Optische-Industrie- Anstalt Philipp M. Winter‘ markiert die Geburtsstunde der Marke uvex. Der Sohn des Unternehmensgründers hatte beizeiten ein Gespür für innovatives Marketing entwickelt und den Produkten zu einer erfolgreichen Marktpräsenz verholfen. Ein Gespräch mit Rainer Winter.

MAGAZIN: „Sie sind 1955 mit nur 20 Jahren neben Ihrem Vater in die Firma eingestiegen. Wie kam es dazu?“

Pionier der Marke uvex: Rainer Winter

Pionier der Marke uvex: Rainer Winter

Rainer Winter: „Nach dem Gymnasium habe ich zunächst an der damaligen Wirtschaftshochschule in Nürnberg studiert. Mein Vater Philipp M. Winter war davon überhaupt nicht angetan. Er wollte, dass ich so schnell wie möglich in die Firma einsteige. Das mit dem Studium hat er sich zwei Semester lang angesehen, bis er gesagt hat: „Jetzt hör’ endlich auf.“ Man muss wissen, dass mein Vater schon damals gesundheitlich angeschlagen war und nur das Beste für seine Firma wollte.“

MAGAZIN: „Sind sie seiner Aufforderung schließlich nachgekommen und haben eingewilligt?“

Rainer Winter: „Ja, unter einer Bedingung. Ich wollte ein Jahr lang in die USA, bevor ich in die Firma komme.“

MAGAZIN: „Warum in die USA?“

Rainer Winter: „Die USA waren uns damals in vielerlei Hinsicht voraus – vor allem in unternehmenspolitischer Hinsicht. Deswegen wollte ich unbedingt von den Amerikanern lernen. Über ein Nachwuchsförderprogramm der Carl-Duisberg-Gesellschaft, einer Stiftung der Bayer-Chemie, bin ich dann in die USA gekommen. Das Programm umfasste drei Monate College und ein sechsmonatiges Firmenpraktikum.“

MAGAZIN: „Wo haben Sie gearbeitet?“

Rainer Winter: „Bei Helene Curtis Haarkosmetik, einer Firma für Shampoo und andere Haarpflegemittel. Ich wollte wissen, wie Marken entwickelt werden und wie modernes Marketing funktioniert. Vom Marketing Manager habe ich sehr viel gelernt und zusammen mit ihm eine Shampoo-Marke in Mexiko eingeführt. Das war natürlich großartig.“

MAGAZIN: „Zurück nach Deutschland: Wie verlief Ihr Einstieg in die Firma Ihres Vaters?“

Rainer Winter: „Zunächst habe ich meinen Vater gebeten, mir die Verantwortung für einen der fünf Bereiche zu übertragen, um diesen selbstständig zu führen. So bin ich in den Bereich Sonnenbrillen gekommen und habe mir erst einmal alles ganz genau angeschaut; vor allem, wie die Verkaufsorganisation strukturiert war und mit welchen Argumenten die Produkte angeboten wurden.“

MAGAZIN: „Wie kam es zur Einführung des Markennamens uvex?“

Rainer Winter: „Unser damaliger Verkaufsleiter für Sonnenbrillen konnte mir nicht erklären, warum unsere Sonnenbrillen keine Namen haben. Unsere Produkte hießen damals einfach nur Winter Sonnenbrillen, was natürlich nicht so viel Sinn machte. Also haben wir einen Namen entwickelt, der das ausdrücken sollte, was die Brillen auszeichnet: „Ultraviolet Excluded“ – also UV-Schutz. Daraus wurde dann die Kurzversion uvex. Mit der Zeit haben wir diesen Namen auf alle Produkte übertragen, die wir vertrieben haben.“

Felix Neureuther trägt auch eine Brille von uvex

Felix Neureuther trägt auch eine Brille von uvex

MAGAZIN: „Neben der Namensänderung haben Sie auch den Vertrieb umstrukturiert?“

Rainer Winter: „Ja, denn im Vergleich zu anderen Unternehmen hatten wir keine strukturierte Verkaufsorganisation für unsere Sonnenbrillen. Wir haben unsere Sonnenbrillen an jeden verkauft, der sie haben wollte. Mit der Markeneinführung haben wir auch den Vertrieb spezialisiert und waren damit erfolgreich. Der Umsatz hat sich vervielfacht und mein Vater hat gesagt: Rainer, das hätte ich nicht gedacht.“

MAGAZIN: „uvex hat sich in der Folgezeit sehr schnell von einem deutschen zu einem internationalen Unternehmen entwickelt. Wie sind Sie dabei vorgegangen?“

Rainer Winter: „Vor allem kosten- und marktorientiert. Wir haben angefangen mit den Ländern, die sich von Fürth aus besonders gut bearbeiten ließen wie Österreich und die Schweiz. Danach sind wir Schritt für Schritt weiter gewachsen.  Heute sind wir international stark, haben aber nach wie vor unseren Hauptsitz in Fürth und erzielen 50 Prozent unseres Umsatzes hier in Deutschland. Der  Heimmarkt war uns schon immer besonders wichtig und das wird auch in Zukunft so bleiben.“

MAGAZIN: „Der Erfolg von uvex war in den letzten 90 Jahren nie von einem einzigen Produkt abhängig. Worauf basiert Ihres Erachtens die positive Entwicklung über einen so langen Zeitraum?“

Rainer Winter: „Es sind mehrere Säulen, auf denen wir stehen. Der Arbeitsschutz performt seit vielen Jahrzehnten hervorragend, aber auch der Sport ist ungeheuer wichtig für uns. Man darf nicht vergessen, dass wir uns in einem Feld bewegen, in dem die Konkurrenz sehr groß ist. Unser Vorteil ist jedoch, dass wir als Spezialist für bestimmte Produkte im Markt etabliert sind. uvex steht heute für höchste Zuverlässigkeit und Qualität, aber auch für neue, wegweisende Innovationen. Ich bin sehr stolz, dass mein Sohn Michael mit seinem Team diese Markenwerte weiter vorantreibt und kontinuierlich am Erfolg der Marke arbeitet.“

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