Imagebroschüren gibt es wie Sand am Meer – deshalb ist es immer wieder eine Herausforderung, das Interesse der eigenen Zielgruppe aufs Neue zu wecken. Bei der Erstellung einer Broschüre lauern viele Fallstricke. Dabei kann ein Übermaß an Kreativität ebenso hinderlich sein wie seitenweise Produktaufzählungen. Es gilt ein passendes Mittelmaß zu finden, je nach Ziel und Zweck des Druckwerkes. Diplom-Designerin Doreen Herzig gibt Tipps für die Erstellung von Broschüren und Magazinen, die sich in zehnjähriger Berufserfahrung bewährt haben.

Galanter Einstieg
Das Wichtigste gehört an den Anfang, das ist bekannt. Aber bitte nicht auf der linken Umschlaginnenseite neben drei weiteren „wichtigsten“ Themen. Die Gefahr ist ansonsten groß, dass der Leser sich von der Fülle an Informationen erschlagen fühlt und die Broschüre gleich wieder schließt. Nutzen Sie die zweite Seite lieber für ein kurzes Statement oder ein paar Büro-impressionen, mehr nicht. Um mit den „richtigen“ Inhalten zu starten, ist Seite drei die bessere Wahl.

Das Vorwort ist unverzichtbar
Kleinere und mittlere Unternehmen scheuen sich oft vor dem klassischen Vorwort mit dazugehörigem Portrait der Geschäftsführung. Bescheidenheit ist hier allerdings fehl am Platz. Die Zielgruppe bewertet nämlich ein Foto fast ausnahmslos als sympathisch und seriös – auch dann, wenn es ohne Make-up-Artist, Starfotograf und Maßanzug aufgenommen ist. Letzten Endes interessiert immer noch der Kopf hinter dem Unternehmen.

Lassen Sie es „menscheln“
Menschen mögen Menschen – Geschichten über Personen werden gerne gelesen und bleiben im Gedächtnis. Die Idee zum Hasen im Logo der Vaillant GmbH entstand zum Beispiel am einem Ostersonntag aufgrund eines kuriosen Bildes. Während die Kinder spielen, blätterte Johann Vaillant in einer Zeitschrift und entdeckt ein Hasenbild, das er mitsamt Copyright erwarb. Bestimmt haben Sie ebenfalls eine spannende Anekdote vom Firmengründer, eine besondere Herangehensweise eines Mitarbeiters im Herstellungsprozess oder eine Geschichte über das am weitesten gereiste Produkt.

Reine Formsache
Größe und Format richten sich natürlich nach dem Inhalt. Momentan gibt es einen ungebrochenen Trend zum quadratischen Format, obwohl das aus gestaltungstechnischer Sicht eine Herausforderung darstellt und schnell statisch wirkt. Warum nicht mit einem unüblichen Format aus der Reihe tanzen? Amerikanische Papierformate sind gefällig, Miniaturformate heute technisch sauber produzierbar. Eine Arbeitgeberbroschüre in der Größe einer Visitenkarte mit zwölf Seiten über „zehn Gründe, warum Sie bei uns arbeiten sollten“ ist gerade wegen des Miniformats ein Erfolg.

Teilen Sie Ihr Wissen
Geben Sie Ihren Lesern neben dem üblichen Inhalt kleine Tipps und Tricks aus Ihrer Branche, die für sie von Interesse sein könnten. Eventagenturen geben zum Beispiel einen Auszug aus ihrer Checkliste für Mitarbeiterevents; Hersteller von Industrieprodukten verweisen auf ihren Blog, der die häufigsten Produktfragen beantwortet. Die Tipps lassen sich unabhängig vom Inhalt in der gesamten Broschüre verteilen – eventuell flankiert von einem auffälligen Icon.
Den Leser unterhalten
Bei mehreren Seiten kann ein Bruch des Layouts sinnvoll sein, um den Leser bei Laune zu halten. Nach drei textlastigen Doppelseiten hilft eine Infografik oder eine Doppelseite mit Praxisbeispielen. Danach kann es wie gewohnt weiter gehen. Der Leser ist wachgerüttelt.

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