Hermann Kaiser hat sein Unternehmen als Einzelunternehmer begonnen; heute hat die Firmengruppe 120 Mitarbeiter und zehn Auszubildende. Die Gruppe umfasst fünf Firmen an fünf Standorten. Der Generationswechsel ist in vollem Gange und trotz ständigem Wandel in der Branche ist das Unternehmen weiterhin führend. Das liegt vor allem an der Einstellung der Unternehmensführung, sich immer optimal um die Kunden zu kümmern. Das Business Lounge Magazin hat zum 40-jährigen Firmenjubiläum mit Gründer Hermann Kaiser gesprochen.

MAGAZIN: „Können Sie sich noch an Ihre Anfänge erinnern?“

Hermann Kaiser: „Nach meiner Ausbildung zum Außenhandelskaufmann in meiner Heimatstadt Uffenheim habe ich zunächst bei einer Ansbacher Firma gearbeitet. Allerdings hatte ich meine eigenen Vorstellungen und so habe ich mich am 15. Dezember 1976 selbstständig gemacht. Damals haben mich viele belächelt, denn es gab viel Konkurrenz. Im Keller unseres Reihenhauses habe ich dann mit einem kleinen Warenlager und einer Werkstatt begonnen. Mein Schwerpunkt waren schon immer die Büromaschinen und nach einem halben Jahr musste ich bereits einen Techniker für die Werkstatt einstellen. Geld für Werbung hatte ich in meiner Anfangszeit keines. Deshalb habe ich auf das direkte Gespräch gesetzt und mich überall persönlich vorgestellt. So habe ich dann langsam Fuß gefasst. Ich bevorzuge ein antizyklisches Vorgehen und deshalb setze ich auch noch heute, im Zeitalter des Internet, auf den persönlichen Kontakt. Das unterscheidet mich von anderen.“

MAGAZIN: „Haben Sie auf mehrere Standbeine gesetzt?“

Hermann Kaiser: „Mir war von Anfang an klar, dass ich das Risiko streuen muss. Deshalb habe ich auf drei Sparten gesetzt: Bürobedarf, Büromaschinen und Büromöbel. Später kam die EDV hinzu.“

„Ich bevorzuge antizyklisches Vorgehen.“

MAGAZIN: „Gerade im Büro wird alles elektronischer. Haben Sie keine Angst, dass Firmen irgendwann keinen Büromaterialien mehr benötigen?“

Hermann Kaiser: „Seit 35 Jahren spricht man vom papierlosen Büro. Für viele ist aber immer noch wichtig, alles schwarz auf weiß zu haben. Wir merken bisher noch keinen Rückgang, deshalb kann ich der Entwicklung weg vom Papier keinen so rechten Glauben schenken. Wir sehen eher eine Entwicklung, dass sich der herkömmliche Druck und die Vervielfältigung in den unteren Volumenbereichen zu Gunsten des Digitaldrucks verringert. Natürlich verschwinden Kleinigkeiten aus dem Sortiment wie Ordner oder Durchschlagpapier, aber dafür kommen neue Produkte wie etwa Druckpatronen hinzu.“

MAGAZIN: „Viele Händler beklagen, dass das Internet ihr Geschäft zerstört. Wie ist das bei Ihnen?“

Hermann Kaiser: „Das mag bei Verbrauchsgütern sein, wir haben aber zu 85 Prozent Investitionsgüter. Dazu gehört zum Beispiel die Büroplanung in 3-D. Die Dienstleistung ist sehr wichtig, das ist unser Kerngeschäft. Es geht darum, es dem Kunden einfach zu machen, nicht, dass es für uns einfacher wird. Wir liefern zum Beispiel bis ins Büro und nicht nur bis zur Eingangstür. Wir haben rund 15.000 Artikel und bieten eine gute Qualität zu einem fairen Preis. Und eine fachkundige Beratung gibt es kostenlos dazu.“

MAGAZIN: „Ist das der Unterschied zu anderen?“

In seinem Element: Hermann Kaiser bei einer Beratung

In seinem Element: Hermann Kaiser bei einer Beratung

Hermann Kaiser: „Nicht nur, wir beraten auch unsere Kunden und helfen dabei, die versteckten Kosten im Büro zu ermitteln. Viele Kunden kennen diese gar nicht, zum Beispiel bei den Ausdrucken. Im Büro sind heute Kosteneinsparungen bis zu 30 Prozent möglich. Es gibt auch Einsparpotenzial im Workflow bei Ausdrucken. Hier kann man mit der richtigen Software Druckaufträge so steuern, dass sie viele Arbeitsstunden einsparen. Nachdem die Gerätehersteller mit einem guten Zubehörumsatz rechnen, können wir als unabhängiger Händler richtig beraten. Dazu gehen wir zu unseren Kundens. Ein von uns beratenes Unternehmen aus Crailsheim spart so rund 3.000 Euro im Monat an versteckten Kosten.“

Magazin: „Was war Ihre wichtigste unternehmerische Entscheidung?“

Hermann Kaiser: „Mein Unternehmen nach Eyb umzuziehen. 1989 ergab sich für mich die Möglichkeit. Hier haben wir Platz und ausreichend Parkplätze für Kunden. Inzwischen haben wir an diesem Standort sogar schon mehrfach erweitert.“

MAGAZIN: „Haben Sie Ihre Unternehmensnachfolge schon geregelt?“

Hermann Kaiser: „Ich habe schon Teilbereiche an meine drei Söhne abgegeben, die alle im Unternehmen tätig sind. Mein Sohn Matthias ist zuständig für Vertrieb und das Kaufmännische, mein Sohn Thomas kümmert sich um Soft- und Hardware und mein Sohn Rainer ist zuständig für die gesamte Logistik. Wir haben mit dem Übergabeprozess rechtzeitig angefangen und einen Rechtsanwalt als neutralen Begleiter hinzugezogen. Der hat uns drei Jahre lang einmal im Monat begleitet. Das kann ich nur empfehlen, denn mit der Begleitung konnten wir auch Themen ansprechen, die sonst vielleicht nicht angesprochen worden wären. Dadurch sind wir sehr weit fortgeschritten. Heute fälle ich keine Entscheidung mehr ohne meine Söhne.“

MAGAZIN: „Haben Sie Schwierigkeiten, gutes Personal zu bekommen?“

Hermann Kaiser: „Ja! Mir geht es bei der Anstellung nicht um gute Noten, sondern um die Einstellung zur Arbeit; leider fehlt es daran manchmal. Den jungen Menschen werden nicht mehr genug Werte vermittelt und oft fehlt der Praxisbezug. Diese Praxis müssen wir dann manchen Menschen beibringen, damit wir überhaupt gute Fachkräfte bekommen.“

MAGAZIN: „Wie ist Ihr Führungsstil?“

Hermann Kaiser: „Jeder Mitarbeiter bekommt ein Maximum an persönlicher Freiheit. Leider kann nicht jeder damit umgehen. Dann muss man korrigieren.“

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Neigenfind kleinInterview: Mathias Neigenfind
Chefredakteur Business Lounge Magazin

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