Neuer Kunststoffcampus in Weißenburg bündelt Theorie und Praxis: Der neue Kunststoffcampus Bayern in Weißenburg setzt auf eine enge Vernetzung zwischen Hochschule und Industrie. Das ehrgeizige Projekt soll ein international anerkanntes Bildungs-, Forschungs- und Entwicklungszentrum werden. Maßgeschneiderte Lehrangebote für die Industrie sowie die Einwerbung von Forschungs- und Entwicklungsaufträgen aus der Industrie stehen im Vordergrund der Kooperation. Neu und einmalig ist auch die geplante Verzahnung von Technologietransferzentrum und Studienzentrum. Für Bayern sollen die Kompetenzen im Bereich Kunststoffe hier gebündelt werden.

Der „Kunststoffcampus Bayern“ ist ein Kooperationsprojekt der Hochschulen Ansbach und Deggendorf, des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen und der der Großen Kreisstadt Weißenburg i. Bay. Ferner sind maßgebliche Unternehmen der Region sowie Kooperationspartner aus Wissenschaft und Fachverbänden eingebunden. Das Projekt wird aus einem Technologietransferzentrum (Technische Hochschule Deggendorf) und einem Studienzentrum (Hochschule Ansbach) bestehen. Ende 2014 soll dafür ein Neubau fertiggestellt sein. Die Gesamtleitung obliegt der TH Deggendorf und wird vom gebürtigen Ansbacher  Prof. Christian Wilisch wahrgenommen. Insgesamt sind für das Technologietransferzentrum und das Studienzentrum bis zu sechs Professorenstellen oder wissenschaftliche Mitarbeiter geplant. Hinzu kommen vier Ingenieurstellen zur Betreuung der Ausstattung sowie zwei bis drei Werkmeisterstellen zur Durchführung der Aufgaben.

Kunststoff2Beide Hochschulen versprechen sich davon ein breiteres Angebot in der Lehre, Synergieeffekte in der Forschung sowie neue Akzente in der Weiterbildung und im Bereich des Technologietransfers. „Mit dem Aufbau neuer Labore schaffen wir hier am Technologiecampus schon bald ideale Voraussetzungen, den aktuellen Stand der Technik mit den Anforderungen und Wünschen der industriellen Projektpartner verbinden zu können“, so Prof. Christian Wilisch. „Das eröffnet sowohl auf der akademischen Ebene wie auf der Seite der Anwender neue Möglichkeiten, Know-how zu generieren, Wertschöpfung zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der Partnerunternehmen zu verbessern.“

Das langjährige Know-how und die Reputation beider Hochschulen auf ihren jeweiligen Kompetenzfeldern bieten beste Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit. So belegt die die Hochschule Ansbach beim Hochschulranking regelmäßig vordere Plätze und die TH Deggendorf besitzt bereits fundierte Erfahrung mit ihrem Betrieb von Forschungs- und Technologiecampus. Gemeinsame Leitlinie ist eine hohe Praxisrelevanz und die Orientierung an den Bedürfnissen und Erfordernissen der Unternehmenslandschaft. Das Technologietransferzentrum sieht seine Aufgabe primär in der Wahrnehmung von Förder- und Forschungsprogrammen, in der Durchführung von studienbegleitenden Projekten und der Beratung regionaler Unternehmen. Das Studienzentrum der Hochschule Ansbach wird sich auf die akademische Weiterbildung in Form von berufsbegleitenden Studiengängen, Zertifikatsstudien, Seminaren und Workshops konzentrieren. Ziele des Vorhabens sind die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der regionalen Unternehmen, insbesondere der kunststoffverarbeitenden Industrie, und die Gewinnung und Bindung von qualifizierten Mitarbeitern zu erleichtern. Letzteres erlangt aufgrund der prognostizierten negativen Bevölkerungsentwicklung und des damit drohenden Fachkräftemangels zunehmend Bedeutung. Darüber hinaus ist die Positionierung der Region als Technologiestandort für die Unternehmen ein weiteres Mittel zur Kunden- und Mitarbeitergewinnung. Der gemeinsame Ausbau zum international anerkannten Bildungs-, Forschungs- und Entwicklungszentrum setzt eine gute Vernetzung und enge Kooperation mit der Industrie voraus. Nur so können maßgeschneiderte Lehr- und Weiterbildungsangebote konzipiert und Forschungs- und Entwicklungsaufträge eingeworben werden.

Starten wird das Projekt bereits im Wintersemester 2013 mit dem berufsbegleitenden Studiengang „Management Exzellenz“ (MEX) im Bereich Betriebswirtschaft. Dieser Studiengang, der sich an das Business Excellence Konzept der EFQM anlehnt, wurde von Prof. Dr. Constantin May konzipiert, der durch sein Institut CETPM und die Lehrfabrik in Herrieden weit über die Region hinaus Ansehen genießt. Zum Wintersemester 2014 soll der Technologiecampus  fertiggestellt sein und ein weiterer Studiengang im Bereich angewandte Kunststofftechnik folgen. MEX bietet Studierenden die ideale Grundlage, die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten zu erweitern und ihre Karriere voranzutreiben. Unternehmen haben die Möglichkeit, Mitarbeiter mit entsprechenden Potenzialen ortsnah und praxisrelevant akademisch zu qualifizieren und sich aktuelles Know-how in das eigene Unternehmen zu holen. Die Zielgruppe für diesen Studiengang sind kaufmännisch oder technisch ausgebildete Berufstätige. Besonders angesprochen werden Mitarbeiter, die bereits vorgebildet sind oder einschlägige Weiterbildungen absolviert haben, etwa Fachkaufleute oder Technische Betriebswirte.

Der am Campus angesiedelte Technologieschwerpunkt „Messtechnik und Oberflächenmesstechnik“ eröffnet zudem den Unternehmen, die an dem bereits existierenden Kunststoffnetzwerk „k-messwerk“ beteiligt sind, die Möglichkeit, ein gemeinsames mess- und labortechnisches Zentrum einzurichten. Aus wirtschaftlichen bzw. aus fachlichen Gründen ist es über dieses Zentrum für die einzelnen Unternehmen leichter möglich, entsprechende Einrichtungen anzuschaffen und zu betreiben.

Netzwerkkontakt:

Kunststoff3Hochschule Ansbach
Studienzentrum Weißenburg
Residenzstraße 8 | 91522 Ansbach

Erwin Stallwitz
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