Für die steuerlichen und rechtlichen Belange in einem Unternehmen braucht man viel Erfahrung und einen differenzierten Blick auf die Problematik. Deshalb scheuen sich viele Unternehmer vor diesem Thema. Die interdisziplinäre Societät Dr. Carl & Kollegen, bereits 1936 gegründet, ist heute bundesweit in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung tätig. Vor allem Unternehmer und Unternehmen stehen im Fokus. Wir haben mit dem Inhaber Dr. Matthias Carl gesprochen.

MAGAZIN: „Herr Dr. Carl, war es Ihr Wunsch, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater zu werden?“

Dr. Matthias Carl: „Zunächst war es mein Wunsch, Arzt zu werden, aber aufgrund des damaligen Numerus Clausus’ musste ich mich für Alternativen entscheiden. Ich habe während der Bundeswehrzeit einen Bericht über Wirtschaftsprüfer gelesen und der hat mich so begeistert, dass ich tatsächlich begonnen habe, Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Vermutlich war ich einer der wenigen im ersten Semester, der wusste, was er werden will. Das ist dann tatsächlich auch so gekommen, unbeeinflusst durch meinen Vater, der Steuerberater war.“

MAGAZIN: „Heute gibt es vor allem im Internet jede Menge Informationen zu steuerlichen oder wirtschaftlichen Fragen. Was können Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater besser als das Internet?“

Dr. Matthias Carl:„In Abwandlung des Ausspruches eines Kollegen könnte man formulieren: Das Internet hat nicht Steuerrecht studiert. Das ist genau der Punkt. Es gibt sicherlich die Möglichkeit, im Internet Sachverhalte zu finden, aber aufgrund der Vielzahl und der rechtlichen Komplexität ist es die grosse Kunst, das herauszufinden, was tatsächlich auf seinen Fall zutrifft, auch für denjenigen, der sich etwas auskennt.“

MAGAZIN: „Was ist aus Ihrer Sicht notwendig, um erfolgreich beraten zu können?“

Dr. Matthias Carl: „Nach meiner persönlichen Erfahrung ist die Kombination aus Spezialisierung und generalistischer Ausbildung Basis für eine erfolgreiche Beratung. Die Spezialisierung stellt einerseits sicher, dass ausgewählte Themenbereiche tief durchdacht und analysiert werden können, wohingegen der Generalismus dafür Sorge trägt, dass auch damit in Zusammenhang stehende Problembereiche erkannt werden. Dies ist sicherlich in einer interprofessionellen Societät wie unserer gewährleistet.“

MAGAZIN: „Wie setzen Sie diesen Anspruch um?“

Dr. Matthias Carl: „Ich persönlich habe frühzeitig den Schwerpunkt auf den Bereich Umwandlungsteuerrecht gelegt. Bereits Mitte der 1990er Jahre habe ich begonnen, entsprechendes Spezialwissen aufzubauen und seitdem eine Vielzahl von Unternehmensumwandlungen und -umstrukturierungen begleitet. Gerade dieser Bereich des Umwandlungsrechts und Umwandlungssteuerrechts zeigt, dass Spezialisierung ohne generalistische Ausbildung nicht erfolgversprechend ist. Außerdem zeigt es auch, dass Zivilrecht ohne Steuerrecht und umgekehrt nur selten erfolgversprechend funktioniert.“

MAGAZIN: „Gibt es weitere direkte Verbindungen zwischen Zivil- und Steuerrecht?“

Dr. Matthias Carl: „Ein Beispiel dürfte die so genannte Scheidungsfolgenvereinbarung sein, die häufig dann getroffen wird, wenn Ehen scheitern. Auch hier ergeben sich nicht selten steuerrechtliche Fragestellungen, die von einem reinen Zivilrechtler möglicherweise nicht erkannt werden und demzufolge ungeahnte und häufig mehr als ungewollte steuerliche Konsequenzen nach sich ziehen.“

MAGAZIN: „Worauf sollten Unternehmer achten?“

Dr. Matthias Carl: „Fallen lauern immer in speziellen Stadien des Unternehmensgeschehens. Beispielsweise wird bei der Gründung immer wieder eineb unpassende Rechtsform gewählt. Die GmbH und die GmbH & Co. KG sind die am stärksten verbreiteten Rechtsformen. Das ist auf die Möglichkeit der Haftungsbeschränkung für die Gesellschafter zurückzuführen. In vielen Bereichen wird nach wie vor die Rechtsform der Personengesellschaft bevorzugt, obwohl der Mittelstand Gewinne typischerweise thesauriert, also nicht entnimmt. Auf Grund des Steuersatzgefälles während der Thesaurierungsphase wäre aber die Kapitalgesellschaft als
Rechtsform besser geeignet. Das wird häufig nicht erkannt, und in vielen Fällen scheut man sich auch vor dem Wechsel. Ich bin davon überzeugt, dass es sich in vielen Fällen lohnen würde, die Rechtsform zu ändern, steuerneutral über Umwandlungsrecht und
Umwandlungssteuerrecht. Viele Berater erkennen die Notwendigkeit einer Veränderung nicht, weil ihnen häufig das Know-how fehlt. “

MAGAZIN: „Was empfehlen Sie Unternehmern grundsätzlich?“

Dr. Matthias Carl: „Bei allen Verträgen sollten ausnahmslos steuerliche Aspekte mit überprüft und berücksichtigt werden.“

 

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